Schock für die deutsche Leichtathletik: Claudine Vita, die Diskuswerferin vom SC Neubrandenburg, hat sich beim Wurfmeeting am Mittwochabend im Jahnstadion einen Riss der Achillessehne zugezogen. Die Saison ist für die 29-Jährige damit vorzeitig beendet.
Verletzung nach erfüllter EM-Norm
Die Athletin, die seit 2025 in Potsdam unter der Leitung von Trainer Jörg Schulte trainiert, hatte nach zwei Fehlversuchen im dritten Durchgang mit 62,65 Metern die Norm für die Europameisterschaft im Sommer in Birmingham erfüllt. Alles schien nach Plan zu laufen. Doch beim vierten Versuch zog sie sich während der Drehbewegung die schwere Verletzung zu. Noch am selben Abend fuhr die Werferin zur Untersuchung ins Krankenhaus.
Eine weitere Untersuchung am Donnerstag brachte die erschütternde Gewissheit: Die Achillessehne im rechten Bein ist gerissen. „Das ist sehr bitter“, äußerte sich ihr Trainer. Claudine Vita hatte bereits am Abend gespürt, dass die Verletzung schwerwiegender sein würde, als zunächst im Stadion angenommen. „Es sieht nicht gut aus“, sagte sie. Die Diskuswerferin soll in der kommenden Woche operiert werden.
Vorbelastung und Rückschläge
Bereits in der Vorwoche hatte Claudine Vita das erste SCN-Meeting ausgelassen – wegen Problemen mit der Achillessehne. Die Schmerzen traten damals jedoch im linken Bein auf. Nach der Vorsaison, in der sie sich lange mit einer Rückenverletzung herumplagte und dadurch erstmals in ihrer Karriere einen internationalen Höhepunkt (die Weltmeisterschaft in Tokio) verpasste, wollte sie in diesem Jahr neu durchstarten.
Ihren letzten großen Wettkampf hatte sie im August 2025 bei den Deutschen Meisterschaften in Dresden bestritten. Mit 61,12 Metern belegte sie damals den vierten Platz. Die Norm für die WM hatte sie zwar bereits vorher erfüllt, doch in Dresden lief es überhaupt nicht. „Dass ich die Norm geschafft hatte, kam überraschend. Ich hatte aber gar nicht die Fitness, um vorne eine Rolle mitspielen zu können“, blickte Claudine Vita auf das Vorjahr zurück.
Neue Ziele nach dem Rückschlag
Seit Januar trainierte die Diskuswerferin, die zweimal bei Olympischen Spielen und jeweils dreimal bei Welt- und Europameisterschaften am Start war, wieder beschwerdefrei – und war guter Dinge. Das Ziel in dieser Saison war die EM im englischen Birmingham, bei der sie um eine Medaille mitwerfen wollte. Jetzt geht es allein darum, in den nächsten Monaten wieder fit zu werden. Die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles sind nun das große Ziel.
Besonders bitter: Clemens Prüfer, mit dem sie am Olympiastützpunkt in Potsdam trainiert, hatte sich im Januar ebenfalls die Achillessehne gerissen. Kristin Pudenz, die ebenfalls in der brandenburgischen Landeshauptstadt trainiert und zu den weltbesten Diskuswerferinnen gehört, laboriert derzeit an einem Bandscheibenvorfall.
Meeting-Sieg für Marike Steinacker
Das Meeting in Neubrandenburg gewann indes Marike Steinacker vom TSV Bayer Leverkusen mit 63,06 Metern. Die Athletin, die vom Neubrandenburger Trainer Gerald Bergmann betreut wird, hatte den Diskus Anfang April bei einem Wettkampf in Ramona (USA) bereits auf 66,55 Meter geschleudert. Sie ist damit aktuell die Nummer eins in Deutschland.



