Demminer Stadtansichten im Wandel der Zeit
Eine besondere Fotoausstellung in der Demminer Hanse-Bibliothek zeigt die Entwicklung der Hansestadt anhand von 15 ausgewählten Motiven. Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1935, 1945 und 2025 und wurden von den Fotografen Karl Trettin und David Krüger erstellt. Die Ausstellung verdeutlicht den tiefgreifenden Wandel, den Demmin durch den Zweiten Weltkrieg und den anschließenden Wiederaufbau erlebt hat.
Der Brand von 1945 und seine Folgen
Am 30. April 1945 marschierte die Rote Armee in Demmin ein. Bei den folgenden Kämpfen brannte die Altstadt nieder, das historische Zentrum wurde fast vollständig zerstört. Die Ausstellung zeigt eindrücklich, wie groß dieser Verlust war. Die Besucher können auf den Tafeln die Vorkriegszeit, die Trümmerlandschaft nach dem Brand und die heutige Situation vergleichen. David Krüger, der die Ausstellung konzipierte, hat die Bilder so angeordnet, dass stets der gleiche Ort aus der gleichen Perspektive zu sehen ist.
Die Ausstellung in der Hanse-Bibliothek
Kati Dittbrenner, Leiterin der Hanse-Bibliothek, hatte die Idee, die Ausstellung nach einer erfolgreichen Präsentation im SPD-Bürgerbüro erneut zu zeigen. „Ich war von den Bildern fasziniert. Sie sind ein Teil unserer Stadtgeschichte“, erklärte sie. Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Mai 2025 zu den Öffnungszeiten der Bibliothek kostenlos zugänglich. Sie dient auch als Auftakt zur Gedenkwoche „Demmin ist mehr“ und mahnt zum Frieden.
Persönliche Erinnerungen der Besucher
Bei der Eröffnung zeigten sich viele Besucher tief bewegt. Besonders die Fotos der zerstörten Heilgeistkirche weckten Erinnerungen. Annett Maly entdeckte auf einem Bild ihr Elternhaus, das ihr Vater nach dem Krieg wieder aufbaute. Rainer Kranzow, der 1963 nach Demmin zog, erinnerte sich an die Ruinen am Marktplatz und den anschließenden Bauboom. Die Ausstellung stieß auf große Resonanz und bot Anlass für viele Gespräche über die Stadtgeschichte.
Ein visuelles Zeugnis der Stadtentwicklung
David Krüger betonte, dass es ihm wichtig war, den Betrachtern einen direkten Vergleich zu ermöglichen. Er sammelte historische Aufnahmen aus Archiven, darunter heimlich nach dem Krieg entstandene Fotos von Karl Trettin, und kombinierte sie mit eigenen aktuellen Aufnahmen. Die Ausstellung wird auch im Rahmen des Tags der Städtebauförderung thematisiert, der das Sanierungsgebiet Anklamer Vorstadt II in den Mittelpunkt stellt.



