Die schwangere Handball-Nationalspielerin Xenia Smits blickt bereits über die Zeit ihrer Schwangerschaft hinaus und hat ehrgeizige Pläne für ihre Rückkehr auf das Spielfeld. Die 29-Jährige, die im Herbst ihr erstes Kind erwartet, möchte nach der Babypause nicht nur wieder ihr altes Leistungsniveau erreichen, sondern mit der deutschen Auswahl endlich Gold gewinnen.
Familienglück und sportliche Ambitionen
„Familienglück und weitere Medaillen mit der Nationalmannschaft“ – das sind die beiden großen Ziele von Xenia Smits. Im Interview mit dem Münchner Merkur/tz betonte die Vizeweltmeisterin: „Für die Zukunft will ich beides.“ Sollte das WM-Finale im Dezember ihr letztes Länderspiel gewesen sein, weil sie nicht mehr an ihr altes Niveau anknüpfen könne, wäre das für sie „vollkommen okay“. Doch ihr erklärtes Ziel ist ein anderes: „Mein absolutes Ziel ist, diesen Kampf anzugehen und beim Comeback mindestens das gleiche Niveau zu haben wie vor der Schwangerschaft.“ Sie ist überzeugt: „Außerdem wissen wir jetzt, was es braucht. Jetzt wollen wir das Puzzle komplett machen und Gold bei einem Turnier holen.“
Eine der prägendsten Figuren im deutschen Handball
Smits gehört seit Jahren zu den Schlüsselspielerinnen der deutschen Nationalmannschaft. Mit dem Gewinn der Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft 2025 holte sie die erste deutsche WM-Medaille seit 18 Jahren. Die gebürtige Belgierin hat bisher 156 Länderspiele für den Deutschen Handballbund (DHB) absolviert und dabei 362 Tore erzielt. Ihr bislang letztes Spiel im deutschen Trikot war das WM-Finale gegen Norwegen.
Klubwechsel nach Dänemark trotz Schwangerschaft
Bereits im Januar wurde bekannt, dass Smits ihre Vereinskarriere ab Sommer beim dänischen Klub Odense Handbold fortsetzen wird. Die Schwangerschaft stellte für den neuen Arbeitgeber kein Problem dar. „Ich habe Odense Bescheid gegeben und gesagt: ‚Wenn dieser Vertrag nicht mehr gültig sein soll, dann heben wir ihn auf.‘“, erklärte Smits. Die Reaktionen seien jedoch „total positiv“ gewesen. „Odense hat die Neuigkeiten begrüßt. Das hat mich ein bisschen überrascht, hilft aber enorm.“
Smits ist sich bewusst, dass nicht alle Vereine so fortschrittlich mit dem Thema Schwangerschaft umgehen. „Es ist schade, dass es immer noch Vereine und Länder gibt, die nicht akzeptieren wollen, dass eine Schwangerschaft ab einem gewissen Alter zum Frauensport dazugehört“, kritisierte sie. Mit ihrer offenen Kommunikation und der Unterstützung ihres neuen Klubs hofft sie, ein positives Signal für andere Sportlerinnen zu setzen.



