Österreich und Algerien haben sich mit einem spektakulären 3:3 (1:1) in Kansas City den Einzug ins Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gesichert. Vor 69.045 Zuschauern im Arrowhead Stadium lieferten sich beide Teams eine dramatische Partie, die viele Tore und intensive Zweikämpfe bot.
Frühe Führung für Österreich, Algerien kämpft sich zurück
Bereits in der 28. Minute brachte Marko Arnautovic die Österreicher in Führung, nachdem David Alaba ihn mit einem langen Ball mustergültig bedient hatte. Der Stürmer schob den Ball an Algeriens Torwart Oussama Benbout vorbei ins Tor. Benbout hatte den Vorzug vor Luca Zidane erhalten, der zuvor nicht überzeugt hatte. Algerien drängte auf den Ausgleich und hatte Pech: Farès Chaibi traf nur den Pfosten (40.), Ibrahim Maza scheiterte an Österreichs Schlussmann Alexander Schlager (44.). Kurz vor der Pause war es dann Rafik Belghali, der nach einem Solo aus kurzer Distanz zum 1:1 traf (45.).
Intensive zweite Halbzeit mit vielen Toren
Nach der Pause reagierte Österreichs Trainer Ralf Rangnick mit einem Dreifachwechsel, unter anderem kam Michael Gregoritsch für den angeschlagenen Arnautovic. Die Maßnahme zeigte Wirkung: In der 55. Minute traf Marcel Sabitzer nach einem feinen Zuspiel von Konrad Laimer zur erneuten Führung. Doch Algerien steckte nicht auf. Riyad Mahrez glich in der 60. Minute aus und versetzte die algerischen Fans in Ekstase. In der Schlussphase schien alles auf ein 2:2 hinauszulaufen, doch dann überschlugen sich die Ereignisse: In der Nachspielzeit traf zunächst Mahrez per Foulelfmeter zur vermeintlichen Entscheidung (90.+3), doch Österreich konterte den Schock durch Sasa Kalajdzic in der 90.+6 Minute zum 3:3-Endstand.
Keine Absprachen – Rangnick weist Vorwürfe zurück
Vor dem Spiel war viel über die Ausgangslage spekuliert worden, da beiden Teams ein Remis zum Weiterkommen gereicht hätte. Experten und Fans diskutierten über mögliche Absprachen, erinnerten an die „Schande von Gijón“ von 1982, als Deutschland und Österreich ein uninspiriertes 1:0 verwalteten und Algerien benachteiligten. Österreichs Trainer Ralf Rangnick wies solche Mutmaßungen vehement zurück: „Du kannst nicht in ein Spiel gehen und sagen, du spielst auf Unentschieden. Wie das in den letzten fünf Minuten sein wird, das wird man sehen. Aber wir werden das Team sicher nicht ins Rennen schicken, um Remis zu spielen.“ Die Partie von Kansas City war von hoher Intensität geprägt, beide Teams spielten nach vorne und lieferten ein mitreißendes Spiel.
Ausblick auf das Sechzehntelfinale
Durch das Remis sicherten sich beide Teams den Einzug in die K.o.-Runde. Österreich trifft nun auf Titelkandidat Spanien, Algerien bekommt es mit der Schweiz zu tun – einem vermeintlich leichteren Gegner, obwohl die Nordafrikaner die Vorrunde hinter Argentinien und Österreich nur auf Platz drei abschlossen. Die Partie von Kansas City wird wegen ihrer Dramatik und der vielen Tore in Erinnerung bleiben.



