Rudi Völler bleibt DFB-Direktor trotz Klopp-Ära und Nagelsmann-Aus
Völler bleibt DFB-Direktor trotz Klopp-Ära

Rudi Völler bleibt dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) erhalten. Der 66-Jährige wird auch an der Seite des designierten neuen Bundestrainers Jürgen Klopp als Sportdirektor weitermachen. Das gab der DFB am Dienstag bekannt. Völler selbst äußerte sich in einem Interview zu den Personalien Klopp und Nagelsmann.

Völler über Klopp: „Er ist der Richtige“

Völler zeigte sich überzeugt von der Entscheidung, Klopp als Nachfolger von Julian Nagelsmann zu verpflichten. „Jürgen ist ein Weltklasse-Trainer, der perfekt zu uns passt. Er bringt die Erfahrung und die Emotionen mit, die wir brauchen“, sagte Völler bei MagentaTV. Die Verhandlungen seien vertraulich und professionell verlaufen. „Wir sind froh, dass er zugesagt hat.“

Klopp hatte zuvor öffentlich erklärt, dass er sich eine Rückkehr auf die Trainerbank vorstellen könne. Der 59-Jährige war nach seinem Abschied vom FC Liverpool im Sommer 2024 ohne Engagement. Nun soll er die Nationalmannschaft zur WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko führen.

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Kritik an Nagelsmann: „Er hatte sich nicht im Griff“

Völler äußerte sich auch zu den Gründen für das Aus von Julian Nagelsmann. Der 38-Jährige war nach nur einem Jahr als Bundestrainer entlassen worden. „Es gab immer wieder Momente, in denen er sich nicht im Griff hatte. Das hat die Mannschaft verunsichert“, so Völler. Er verwies auf Nagelsmanns emotionalen TV-Auftritt nach dem Testspiel gegen die Ukraine, bei dem er lauthals Kritik an den Spielern geübt hatte.

„So etwas darf nicht passieren. Die Öffentlichkeit erwartet von einem Bundestrainer ein professionelles Auftreten“, betonte Völler. Nagelsmann hatte sich später entschuldigt, doch das Vertrauen sei nicht mehr vollständig hergestellt worden. „Wir haben uns schweren Herzens getrennt, aber es war der richtige Schritt.“

Zusammenarbeit mit Klopp: „Er wird seine eigene Handschrift haben“

Völler freut sich auf die Zusammenarbeit mit Klopp. „Jürgen wird seine eigene Handschrift haben. Er ist ein Typ, der die Spieler mitreißt und klare Ansagen macht“, sagte der Sportdirektor. Er erwarte, dass Klopp das Team taktisch neu ausrichten werde. „Die Mannschaft braucht wieder eine klare Philosophie.“

Klopp selbst hatte angekündigt, auf junge Spieler zu setzen und den Kader zu verjüngen. „Wir haben viel Talent in Deutschland. Das müssen wir nutzen“, so Klopp. Völler unterstützt diesen Kurs: „Wir müssen den Umbruch fortsetzen, den Julian begonnen hat.“

Reaktionen auf die Personalentscheidungen

Die Entscheidung für Klopp stieß in der Fußballwelt auf breite Zustimmung. Experten wie Thomas Helmer lobten die Wahl, kritisierten aber die hohen Gehälter der Trainer. „Für mich ist das nicht nachvollziehbar, dass ein Bundestrainer so viel verdient“, sagte Helmer. Auch das Verhältnis zwischen Nagelsmann und Mats Hummels wurde thematisiert. Hummels gestand in einem Interview, dass er sich von Nagelsmann benachteiligt gefühlt habe.

Völler zeigte Verständnis für die Kritik, betonte aber, dass der DFB wirtschaftlich gut dastehe. „Wir können uns diesen Trainer leisten. Und er wird uns sportlich weiterbringen“, so Völler. Die WM 2026 sei das große Ziel. „Dafür tun wir alles.“

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