Die Brisanz könnte kaum größer sein: Preußen Münster trifft am Samstag um 13 Uhr im LVM-Stadion auf den Erzrivalen Arminia Bielefeld. Beide Teams kämpfen ums nackte Überleben in der 2. Bundesliga. Für die Preußen, die als Tabellenletzter in die Partie gehen, ist es die wohl letzte Chance, die kleine Hoffnung auf den Klassenerhalt zu bewahren. Nur ein Sieg gegen den Tabellen-15. würde den Abstand verkürzen und Bielefeld selbst wieder in den Abstiegssumpf ziehen. Unter dem Motto „Alle zusammen für Preußen Münster“ zeigt eine BILD-Umfrage, dass die Unterstützung weit über die Stadtgrenzen hinausreicht.
Oberbürgermeister Tilman Fuchs: „Glaube fest an unsere Mannschaft“
Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs (55) gibt sich trotz der prekären Lage zuversichtlich: „Ein Sieg im Derby gegen Arminia Bielefeld wird unserer Mannschaft und den Fans die notwendige positive Energie geben, um auf den letzten Metern der Saison das Ruder noch herumzureißen. Auch wenn es eine Mammutaufgabe ist – gerade vor dem Hintergrund der Etats anderer Vereine – glaube ich fest an unsere Mannschaft. Alle zusammen für Preußen Münster!“
Ex-Sportdirektor Peter Niemeyer: „Es geht um alles“
Peter Niemeyer (40), heute bei Werder Bremen, verfolgt die Entwicklung seines Ex-Klubs weiterhin genau. Unter seiner Leitung gelang der sensationelle Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga. „Alle wissen, wie wichtig diese Partie für jeden Münsteraner ist. Sie kann die Situation total verändern. Das Derby zu gewinnen, wird unheimlich Rückenwind für die nächsten Wochen und Aufgaben geben. Ob auf dem Rasen oder auf der Tribüne – es geht nur gemeinsam, und es geht um alles. Jeder muss bereit sein für diesen Moment – dann kann es nur einen Gewinner geben!“
Kult-Trainer Winfried Schäfer: „Pressen, pressen, pressen“
Winfried „Winni“ Schäfer (76), Technischer Direktor des ghanaischen Fußballverbands, hat durch seine in Münster verheiratete Tochter eine enge Bindung zu den Preußen aufgebaut. Sein Rat: „Preußen muss auf den Platz gehen und wissen, dass die Jungs auf der anderen Seite auch nur Zweitliga-Spieler sind. Wären sie besser als Münster, würden sie Bundesliga spielen – tun sie aber nicht. Preußen muss von Beginn an pressen, pressen, pressen. Es geht nur über Dominanz und darum, den Gegner unter Druck zu setzen. 80 Prozent Ballbesitz und am Ende 0:2 verlieren – das bringt nichts. Sie sollten sich erinnern, wie sie das im vergangenen Jahr geschafft haben. Und welch großartige Aufstiegszeit sie zuvor hatten. Dieser Gedanke muss einfach beflügeln. Und dann noch die Fans: Sie sind so unfassbar gut und stehen auch jetzt noch komplett hinter ihrer Mannschaft. Sie werden ihre Adler nach vorne pushen!“
Nicolai Remberg: „Nie aufhören zu kämpfen“
Nicolai „Rambo“ Remberg (26), inzwischen beim HSV in der Bundesliga, trägt die Preußen noch immer im Herzen. Sein Appell: „Haut rein, Jungs, ich glaube an euch. Die meisten eurer Spiele habe ich am Fernsehen mitverfolgt und gesehen, dass ihr an einem guten Tag mit jedem Gegner mithalten könnt. Lasst Samstag wieder ein guter Tag sein und denkt immer daran, dass ihr Bielefeld schon im Hinspiel geschlagen habt. Vergesst, was in den letzten Wochen war. Volle Konzentration auf Arminia. Nie aufhören zu kämpfen, denn Preußen gehört in die 2. Liga. Die Fans haben’s verdient, dass ihr euch für sie zerreißt. Viermal noch Vollgas.“
Henok Teklab: „Münster hat Qualität und Willen“
Henok Teklab (27), der frühere „Dribbelfloh“ und Publikumsliebling, der heute für den belgischen Erstligisten Leuven spielt, hat noch gute Freunde bei Preußen. Er ist überzeugt: „In schwierigen Phasen zeigt sich der wahre Charakter einer Mannschaft. Münster hat Qualität und Willen, das noch zu drehen. Gerade in solchen Spielen geht es um Mentalität, Zusammenhalt und den Glauben bis zur letzten Minute. Ich wünsche der Mannschaft und dem Verein nur das Beste. Preußen muss einfach in der 2. Liga bleiben!“
Marc Fascher: „Die Fans müssen die Mannschaft tragen“
Marc Fascher (57), der die Preußen 2011 als Chefcoach in die 3. Liga führte, appelliert an die Anhänger: „Ich appelliere an alle Preußen-Fans, obwohl man ja sagt, dass der Funke vom Platz auf die Zuschauerränge überspringen soll. Aber in der aktuellen Situation ist mein großer Hoffnungsschimmer, dass es andersrum sein wird und sein muss. Die überragenden Fans haben ein gutes Gefühl für besondere Situationen und deshalb müssen sie diesmal die Mannschaft von der ersten Minute an tragen. Also – lasst die Adler fliegen!“
Max Schulze-Niehues: „Glaube an die eigene Stärke“
Torhüter Max Schulze-Niehues (37), der mit dem Zweitliga-Aufstieg 2024 seine Karriere im Preußen-Kasten beendete, erinnert an die Hinrunde: „Da hat unser Team mit Herz, Mut und Qualität gezeigt, was wirklich in ihr steckt. Genau dieses Feuer müssen die Jungs jetzt wieder auf den Platz bringen – gemeinsam mit den Fans im Rücken kann im Derby gegen Arminia Bielefeld eine unglaubliche Wucht entstehen. Entscheidend wird der Glaube an die eigene Stärke sein – dann ist alles möglich.“
Carsten Cramer: „Alles ist möglich“
Carsten Cramer (55), Klubchef von Borussia Dortmund, der seine Karriere auf der Geschäftsstelle von Preußen Münster begann, wird das Derby live im Stadion verfolgen. „Gerade zum Ende einer Saison ist alles möglich. Auf dem Papier mag es eher schlecht aussehen, auf dem Rasen bieten sich jedoch vier weitere Chancen, die mit dem Rückhalt der Fans und einem in der gesamten Stadt ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl eher beflügeln als lähmen sollten. Meine Daumen sind gedrückt.“



