Nagelsmann wünscht sich Frieden für die Fußball-Weltmeisterschaft
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat bei der Präsentation des ersten Nationalmannschafts-Kaders im WM-Jahr auf dem DFB-Campus in Frankfurt am Main auch Stellung zum seit drei Wochen andauernden Krieg zwischen WM-Gastgeber USA und dem WM-Teilnehmer Iran bezogen. Der 38-Jährige äußerte den dringenden Wunsch, dass der militärische Konflikt schnellstmöglich endet, da ein längerer Krieg auch Auswirkungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft haben könnte.
„Ich bin kein Politiker“ – Nagelsmann zieht klare Grenze
„Krieg beeinflusst immer Stimmungen, das ist selbstredend“, sagte Nagelsmann in seiner Pressekonferenz. „Natürlich würde ich mir wünschen, dass kein Krieg herrscht. Wenn ich jetzt hier einen Knopf hätte, dass ich alle Kriege beenden kann und es eine WM wird mit Frieden und toller Stimmung, würde ich den sofort drücken. Aber den habe ich leider nicht.“
Der Bundestrainer machte deutlich, dass er sich in seiner Funktion nicht in die Weltpolitik einmischen will. „Ich habe als Privatperson eine Meinung dazu. Ich bin (als Bundestrainer) der falsche Ansprechpartner, der dafür eine Lösung präsentiert. Ich bin kein Politiker und auch keiner, der die weltpolitische Lage mit irgendwelchen Aussagen in irgendeine Richtung drückt“, betonte Nagelsmann.
Sport als verbindende Kraft – aber ohne politischen Einfluss
Der Nationaltrainer hält weiterhin an seiner Überzeugung fest, dass der Fußball und der Sport allgemein eine verbindende Wirkung haben. Gleichzeitig stellte er klar: „Der Fußball wird aber nicht die weltpolitische Lage verändern.“ Als Bundestrainer sei es nicht seine Aufgabe, zu bewerten, „was auf weltpolitischer Ebene passiert und was passieren muss“.
Seine primäre Verantwortung liege vielmehr darin, die deutsche Nationalmannschaft optimal auf das Turnier vorzubereiten. „Dass wir auch den Menschen, die unter Negativeinflüssen leiden, zumindest innerhalb der 90 Minuten in der schönsten Nebensache der Welt gute Momente bescheren. Wir versuchen, fußballerische Themen zu beeinflussen“, erklärte Nagelsmann.
Die Fußball-Weltmeisterschaft wird vom 11. Juni bis 19. Juli in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen. Die aktuelle weltpolitische Lage mit dem Konflikt zwischen zwei direkt beteiligten Nationen wirft Fragen nach möglichen Auswirkungen auf das sportliche Großereignis auf. Nagelsmann positioniert sich hier als Sportfunktionär, der zwar humanitäre Werte vertritt, aber politische Bewertungen bewusst vermeidet.



