Lok Leipzigs Trainer Seitz vor leerer Gegengerade: Ungewöhnliche Situation im Spitzenspiel
Lok Leipzig: Trainer Seitz vor leerer Gegengerade

Ungewöhnliche Kulisse für Lok Leipzigs Spitzenspiel

Mit einer Verspätung von sechs Wochen wird das Regionalliga-Nordost-Spiel zwischen dem Tabellenführer Lok Leipzig und dem Schlusslicht Hertha Zehlendorf am Mittwochabend endlich angepfiffen. Die Partie war ursprünglich im Februar angesetzt, musste jedoch aufgrund winterlicher Wetterverhältnisse abgesagt werden. Dadurch geriet ein besonderer Umstand möglicherweise in Vergessenheit, der nun wieder in den Fokus rückt.

Leere Gegengerade als Konsequenz für Fehlverhalten

Die Gegengerade im Bruno-Plache-Stadion wird bei diesem Heimspiel nahezu menschenleer bleiben. Der Verein hatte sich selbst zu dieser außergewöhnlichen Maßnahme verpflichtet, indem er beschloss, in diesem Bereich ausschließlich Dauerkartenbesitzer zuzulassen. Hintergrund ist ein bedauerlicher Vorfall während der Winterpause: Beim 0:2-Heimniederlage gegen den FSV Zwickau war aus genau diesem Bereich ein Becher geworfen worden, der den Busfahrer der Gästemannschaft am Kopf traf und verletzte.

Wegen dieses unsportlichen Verhaltens seiner eigenen Anhänger wurde Lok Leipzig bereits zu einer Geldstrafe in Höhe von 4.000 Euro verurteilt. Das zuständige Sportgericht wertete es dabei positiv, dass der Verein proaktiv reagierte und ankündigte, im folgenden Heimspiel gegen Hertha Zehlendorf die Gegengerade nur für Dauerkarteninhaber zu öffnen. Obwohl in der Zwischenzeit drei weitere Heimspiele stattfanden, hielt Lok an dieser Entscheidung fest – schließlich wäre das Spiel gegen Zehlendorf ursprünglich das erste Heimspiel nach dem Vorfall gewesen.

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Trainer Jochen Seitz in ungewohnter Situation

Besonders ungewöhnlich ist die Situation für Trainer Jochen Seitz. Der 49-Jährige, der mit seinem Team die Regionalliga Nordost anführt, sitzt mit seinem Trainerstab auf der Bank direkt vor der nun fast leeren Gegengerade. Ihm droht im Rücken eine gespenstische Atmosphäre, die für Fußballspiele dieser Ebene völlig untypisch ist.

„Das ist vielleicht für die Mannschaft nicht so gut, weil die mich jetzt versteht, wenn ich von draußen etwas hereinrufe“, scherzte Seitz zunächst. Dann wurde er ernst: „Klar, ist es komisch. Wir müssen damit zurechtkommen. Glücklicherweise ist es ja nur für dieses eine Spiel. Dann müssen eben die Zuschauer auf dem Dammsitz und der Tribüne auf der anderen Seite und auch im Fanblock noch mehr Gas geben, damit wir das etwas auffangen. Aber das machen sie ja die ganze Zeit schon gut und wir müssen es in dem einen Spiel überstehen.“

Insgesamt werden rund 4.000 Zuschauer erwartet, die sich auf die verbleibenden Stadionbereiche verteilen. Für Lok Leipzig geht es in dieser ungewöhnlichen Konstellation darum, die Tabellenführung in der Regionalliga Nordost zu verteidigen, während Hertha Zehlendorf als Tabellenletzter einen Überraschungserfolg anstrebt. Die besondere Kulisse wird sicherlich sowohl Spieler als auch Trainer vor eine mentale Herausforderung stellen.

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