Martin Horn bleibt Oberbürgermeister von Freiburg. Der parteilose Amtsinhaber erreichte im ersten Wahlgang 52,9 Prozent der Stimmen und setzte sich damit gegen acht Mitbewerber durch. „Ich bin unglaublich dankbar und einfach nur glücklich“, sagte Horn nach der Bekanntgabe auf dem Freiburger Rathausplatz, wo er mit viel Jubel und Applaus empfangen wurde. „Das ist eine Riesen-Erleichterung.“ Im Wahlkampf sei viel über das Gleichgewicht zwischen Persönlichkeit und Inhalten der Kandidaten gesprochen worden. „Ich glaube, dass mich die meisten der Freiburgerinnen und Freiburger gewählt haben wegen dem, was wir in den acht vergangenen Jahren gemeinsam erreicht haben.“
Die Konkurrenz
Horns größte Herausforderin, Monika Stein (parteilos), landete mit 29,6 Prozent auf dem zweiten Platz. Den dritten Platz belegte der ebenfalls parteilose Achim Wiehle mit 10,5 Prozent. Damit geht Horn in seine zweite Amtszeit als Freiburger Oberbürgermeister.
Wahlkampfthemen: Wohnungsbau und Verpackungssteuer
Horn zeigte sich trotz des Wahlsiegs selbstkritisch. „Auch mit Martin Horn ist diese Stadt in acht Jahren nicht bezahlbar geworden“, sagte er mit Blick auf das Wohnungsthema, das den Wahlkampf maßgeblich bestimmte. „Aber ich glaube, dass wir mit die mutigste Stadt in ganz Deutschland sind.“ So habe man unter anderem als Stadt 1,8 Millionen Quadratmeter Fläche zurückgekauft, um diese für Bauprojekte zu sichern.
Ein weiteres zentrales Thema war die Verpackungssteuer, die am 1. Januar in Freiburg in Kraft getreten ist. Der Gemeinderat hatte die Abgabe von 50 bis 70 Cent auf Einwegverpackungen für Speisen und Getränke zum Mitnehmen gegen Horns Willen beschlossen. Der 41-Jährige hatte sich stets gegen die Steuer positioniert und sie als „politisches Eigentor“ bezeichnet. In Zeiten steigender Preise und Bürokratie-Verdruss handle man damit nicht im Sinne der Menschen, so Horn. Eine repräsentative Umfrage der „Badischen Zeitung“ ergab, dass 58 Prozent der Freiburger für eine Abschaffung der Steuer sind. Im Oktober will der Gemeinderat bei der Regelung nachjustieren. Freiburg ist nach Tübingen und Konstanz die dritte Stadt mit einer solchen Abgabe.
Horn war erstmals 2018 zum Oberbürgermeister gewählt worden, als er im zweiten Wahlgang mit 44,2 Prozent den damaligen grünen Amtsinhaber Dieter Salomon ablöste. In beiden OB-Wahlkämpfen wurde der Parteillose von der SPD unterstützt. Seine neue Amtszeit beginnt am 1. Juli.



