Hoeneß kritisiert VAR: Technik erschwert Schiedsrichter-Arbeit in der Bundesliga
Hoeneß: VAR erschwert Schiedsrichter-Arbeit in Bundesliga

Hoeneß übt scharfe Kritik am Video-Assistenten in der Bundesliga

Kaum ein Spieltag in der Fußball-Bundesliga vergeht ohne hitzige Diskussionen über Entscheidungen der Schiedsrichter und ihrer Video-Assistenten. Uli Hoeneß, der Ehrenpräsident des FC Bayern München, hat nun eine klare und deutliche Position zum umstrittenen VAR-System bezogen.

Technik als zusätzliche Belastung für Unparteiische

Hoeneß verteidigt die Schiedsrichter und stellt gleichzeitig die moderne Technologie in Frage. „Ich glaube nicht, dass die Schiedsrichter schlechter geworden sind“, betonte der 74-Jährige während seiner Rede auf dem KI-Festival data:unplugged in Münster. Stattdessen sei seiner Meinung nach genau das Gegenteil der Fall: „Die moderne Technik hat denen die Arbeit schwieriger gemacht.“

Der VAR verunsichere die Schiedsrichter zunehmend und erschwere ihre Entscheidungsfindung, so Hoeneß weiter. Was ursprünglich dazu gedacht war, grobe Fehler zu verhindern, entwickle sich immer mehr zu einer Belastung für die Unparteiischen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Feine Abseitsentscheidungen als Problemfall

Hoeneß konkretisierte seine Kritik anhand von Abseitsentscheidungen: „Wenn einer zwei Meter im Abseits steht, dann muss das verhindert werden. Aber wenn einer drei Zentimeter im Abseits steht, ist das kein Vorteil.“ Diese millimetergenauen Entscheidungen würden den Spielfluss stören und zu unnötigen Unterbrechungen führen.

Der Druck auf die Schiedsrichter sei durch den VAR enorm gestiegen. Hoeneß beschrieb die aktuelle Situation: „Und unter diesem Druck müssen die ganzen Schiedsrichter jetzt jedes Wochenende sein.“ Die ständige Nachkontrolle durch die Video-Technologie führe zu zusätzlichem Stress und öffentlicher Kritik.

Schiedsrichterchef bestätigt angespannte Stimmung

Die Kritik von Hoeneß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussionen über Schiedsrichterleistungen wieder zunehmen. Knut Kircher, der Chef der Bundesliga-Schiedsrichter, räumte kürzlich ein, dass die Stimmung gegen den VAR und die Schiedsrichter „gerade am Anschlag“ sei.

Die öffentliche Wahrnehmung habe sich deutlich verschlechtert, und viele Fans sowie Experten zweifeln zunehmend an der Sinnhaftigkeit des Video-Assistenten. Die ständigen Unterbrechungen und die oft minutiösen Nachkontrollen würden den Spielfluss beeinträchtigen und die Emotionen des Fußballs reduzieren.

Debatte über Zukunft der Schiedsrichter-Technologie

Die Äußerungen von Hoeneß werfen grundsätzliche Fragen zur Zukunft der Schiedsrichter-Technologie im Fußball auf:

  • Sollte der VAR nur bei eindeutigen und groben Fehlern eingreifen?
  • Wie können Schiedsrichter vor übermäßigem Druck geschützt werden?
  • Müssen die Einsatzregeln für den Video-Assistenten überarbeitet werden?

Die Diskussion zeigt, dass trotz technischer Fortschritte die menschliche Komponente im Fußball weiterhin eine entscheidende Rolle spielt. Die Balance zwischen technischer Unterstützung und sportlicher Gerechtigkeit bleibt eine Herausforderung für den deutschen Profifußball.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration