Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird bisher von den großen Stürmerstars geprägt. Diesen Eindruck hat nun auch das Expertenteam der „FIFA Technical Study Group“ in einer ersten Analyse aller Vorrunden-Spiele mit konkreten Zahlen untermauert. Das Gremium, dem zahlreiche ehemalige Profis wie Jürgen Klinsmann, Otto Addo, Brasiliens früherer Kapitän Gilberto Silva oder der ehemalige Schweizer Nationaltorwart Pascal Zuberbühler angehören, stellte bei einer Pressekonferenz in Miami beeindruckende Statistiken vor.
Frankreich übertrifft Erwartungen dank Offensivstars
Besonders deutlich wird die Dominanz der Angreifer am Beispiel des WM-Favoriten Frankreich. Aufgrund der Qualität seiner Offensivspieler Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise hat die Équipe Tricolore bislang doppelt so viele Tore erzielt (10), wie es der sogenannte xG-Wert (Expected Goals) von 5 an erwarteten Toren statistisch wahrscheinlich macht. Dieser Wert misst die Qualität der Torchancen und liegt bei Frankreich deutlich unter der tatsächlichen Ausbeute – ein klares Indiz für die außergewöhnliche Abschlussstärke der Stürmer.
Experte Tomasson lobt technische Qualität
Der frühere dänische Nationalstürmer und Bundesliga-Profi Jon Dahl Tomasson, ebenfalls Mitglied der Expertengruppe, zeigte sich beeindruckt: „Was wir bei dieser WM bisher gesehen haben, ist Qualität. Und damit meine ich: die technische Qualität. Die Position beim Schuss und zum Tor. Das Wissen, was jeder zu tun hat. Es ist unglaublich, wenn Spieler gefährlicher sind, als es der xG-Wert eigentlich aussagt.“ Tomasson hob dabei zwei Spieler besonders hervor: „Mbappé ist enorm. Und Messis Qualität kennen wir alle. Wir haben diese Tore alle schon 100 Mal gesehen. Aber wir sind jedes Mal wieder beeindruckt.“
Analyse bestätigt Trend zu torhungrigen Angreifern
Die Analyse der FIFA Technical Study Group bestätigt einen Trend, der sich bereits in den Vorrunden abzeichnete: Die besten Stürmer der Welt – darunter auch Erling Haaland – prägen das Turniergeschehen maßgeblich. Während die erwarteten Tore (xG) oft auf engere Spiele hindeuten, sorgen individuelle Glanzleistungen der Angreifer für deutliche Abweichungen nach oben. Die Experten sehen darin einen Beleg für die wachsende Bedeutung von Spitzenstürmern im modernen Fußball, die auch unter Druck ihre Abschlussqualität ausspielen können.
Auswirkungen auf den weiteren Turnierverlauf
Diese Erkenntnisse könnten auch für die K.o.-Runden relevant sein. Mannschaften mit herausragenden Stürmern haben offenbar einen entscheidenden Vorteil, wenn es darum geht, enge Spiele zu entscheiden. Die FIFA-Experten werden die Entwicklung weiterverfolgen und ihre Analysen nach dem Turnier vertiefen. Schon jetzt steht fest: Die WM 2026 wird als das Turnier der großen Stürmer in Erinnerung bleiben – untermauert durch harte Zahlen.



