FIFA-Rekordsumme katapultiert FC St. Pauli in neue finanzielle Dimensionen
Die FIFA schüttet zur WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko eine historische Rekordsumme von 355 Millionen US-Dollar (rund 306 Millionen Euro) an die entsendenden Klubs aus. Diese Summe stellt eine Steigerung von 70 Prozent gegenüber der letzten Weltmeisterschaft in Katar dar und wird den FC St. Pauli in bisher ungekannte finanzielle Höhen führen.
Fünf Kiez-Profis bei der WM – ein historischer Rekord für St. Pauli
Seit der Festlegung der 48 teilnehmenden Nationen steht fest: Der FC St. Pauli wird mit fünf Profis bei der WM vertreten sein. Jackson Irvine (33) und Connor Metcalfe (26) spielen für Australien, Nikola Vasilj (30) für Bosnien-Herzegowina sowie Joel Fujita (24) und Tomoya Ando (27) für Japan. Damit übertrifft der Klub seine bisherige Bestmarke deutlich – in der gesamten Vereinsgeschichte waren zuvor nur vier Spieler bei WM-Turnieren im Einsatz.
Bisher repräsentierten Jackson Irvine (2022), Jan Kocian, Ivo Knoflicek (1990 für die Tschechoslowakei) und Aziz Bouhaddouz (2018 für Marokko) den Kiez-Klub auf der weltweit größten Fußballbühne. Aus dem aktuellen Bundesliga-Kader könnte bis Juni noch Eric Smith (29) für Schweden hinzukommen und die Zahl weiter erhöhen.
So funktioniert die FIFA-Prämienberechnung
Die Rekordsumme der FIFA wird nach einem transparenten System verteilt: Die 355 Millionen Dollar werden durch die Gesamtzahl der Teilnahmetage aller Spieler geteilt, woraus sich ein Tageswert pro Spieler ergibt. Bei der WM 2022 lag dieser Wert bei etwa 10.950 Dollar. Dieser Tageswert wird mit den individuellen Teilnahmetagen jedes Spielers multipliziert – beginnend mit dem Abstellungsdatum bis zum letzten Spiel des Nationalteams.
Entschädigt werden dabei nicht nur die aktuellen Klubs der Spieler, sondern auch Vereine, bei denen die Athleten während der zweijährigen Qualifikationsphase aktiv waren.
Konkrete Berechnungen für St. Paulis WM-Einnahmen
Legt man den konservativen Tageswert von 2022 zugrunde und geht vom Ausscheiden aller drei St. Pauli-Nationen nach der Vorrunde aus, ergibt sich bereits eine Summe von 854.000 Dollar für den Kiez-Klub. Hinzu kommt die offizielle Abstellungsperiode ab dem 25. Mai – 17 Tage vor WM-Start – die für die fünf Spieler weitere 930.000 Dollar generiert.
Insgesamt käme St. Pauli damit auf 1,784 Millionen Dollar (1,54 Millionen Euro). Experten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Summe aufgrund des erhöhten Tageswerts und möglicher weiterer Spiele noch deutlich höher ausfallen wird. Die Auszahlung erfolgt nach dem Turnier über die nationalen Fußballverbände wie den DFB.
Internationaler Vergleich der WM-Prämien
Die größten Profiteure der FIFA-Ausschüttungen bleiben traditionell die weltweit führenden Klubs. Bei der WM 2022 führte Manchester City mit 4,596 Millionen Dollar die Liste an, gefolgt von Barcelona (4,538 Millionen), Bayern München (4,331 Millionen), Real Madrid (3,836 Millionen) und Paris Saint-Germain (3,835 Millionen). Außerhalb Europas erhielt Al Sadd aus Katar mit 2,817 Millionen Dollar die höchste Summe.
Für den FC St. Pauli bedeutet die WM-Teilnahme seiner fünf Spieler nicht nur sportliche Anerkennung, sondern auch eine signifikante finanzielle Stärkung. Die Rekordsumme der FIFA ermöglicht dem Verein Investitionen in Infrastruktur, Nachwuchsarbeit und Kaderplanung – ein wichtiger Schritt für die nachhaltige Entwicklung des Traditionsklubs.



