Bohrinsel Mittelplate: Umweltschützer vs. Betreiber vor Gericht
Bohrinsel Mittelplate: Umweltschützer vs. Betreiber

Die Bohrinsel Mittelplate, Deutschlands einzige Erdöl-Bohrinsel, liegt im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, einem Natura 2000-Gebiet, etwa zehn Kilometer vor Friedrichskoog. Seit 40 Jahren wird dort Erdöl gefördert. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Ölförderung in diesem besonders geschützten Gebiet seit Jahren.

Klage gegen Betriebsgenehmigung

Ende 2024 reichte die DUH Klage gegen das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ein, da dieses die Betriebsgenehmigung für die Plattform erteilt hatte. Im Eilverfahren entschied das Verwaltungsgericht Schleswig, dass die Bohrinsel derzeit keine vollziehbare Fördererlaubnis besitzt. Eine Prüfung, ob die Ölförderung mit dem Naturschutz vereinbar sei, habe bisher nicht stattgefunden.

Betrieb darf vorerst weitergehen

Der Betreiber Harbour Energy Germany widerspricht dieser Darstellung. Ein Sprecher erklärte, es hätten bereits mehrere Verträglichkeitsprüfungen gemäß der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) stattgefunden. Das Unternehmen legte Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht ein. Dieses entschied im März, dass der Betrieb bis zur endgültigen Entscheidung im Hauptverfahren fortgesetzt werden darf.

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Hohe Umweltstandards laut Betreiber

Der Unternehmenssprecher betonte, die Plattform werde nach den höchsten Sicherheits- und Umweltstandards betrieben. Sämtliche Abfälle, vom Bohrklein bis zum Regenwasser, würden gesammelt und an Land entsorgt. Die elektrisch betriebene Bohranlage habe einen besonders leisen und vibrationsarmen Antrieb. „Die heimische Energie- und Rohstoffproduktion ist zweifellos sicherer und umwelt- und klimafreundlicher als der Import von Rohstoffen“, so der Sprecher. Gerade in der aktuellen geopolitischen Lage und Energiekrise solle Mittelplate weiterhin ihren wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

Geringer Anteil am Gesamtverbrauch

Allerdings stammt aus dem Ölfeld nur gut ein Prozent des jährlichen Erdölverbrauchs in Deutschland. Harbour Energy räumt ein: „Für einzelne Verbraucher wäre ein Förderstopp kurzfristig kaum spürbar.“ Die Bohrinsel ist etwa so groß wie ein Fußballfeld. Im Bohrturm montieren Arbeiter neue Bohrstränge, im Rohrkeller wird das geförderte Öl zusammengeführt und für den Transport vorbereitet. Jede Bohrung hat ihre eigenen Rohre.

Das Gericht muss nun im Hauptverfahren entscheiden, ob die Betriebserlaubnis rechtens ist. Bis dahin darf die Förderung fortgesetzt werden.

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