Die deutsche Nationalmannschaft liegt im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Paraguay mit 0:1 zurück. Julio Enciso erzielte per Kopf nach einer Ecke die Führung für die Südamerikaner (28. Minute). Bundestrainer Julian Nagelsmann reagierte in der zweiten Halbzeit und brachte Leon Goretzka für Felix Nmecha.
Überraschende Startelf ohne Musiala
Nagelsmann hatte überraschend Deniz Undav statt Jamal Musiala in die Startformation beordert. Das DFB-Team, das seine Vorrundengruppe als Erster abgeschlossen hatte, galt gegen den drittplatzierten Paraguayer als klarer Favorit. Doch die erste Halbzeit verlief enttäuschend: Die Mannschaft tat sich schwer gegen die kompakte Defensive des Gegners.
„Es kann nur besser werden“, sagten zwei Fans namens Basti, die aus Bayern angereist waren. „Musiala muss rein und Sané raus. Musiala ist ein Künstler am Ball. Sané zwar auch, aber er kann es nicht bringen heute. Wir machen noch das 3:1.“ Die Stimmung in der Kulturbrauerei in Berlin, wo Fans das Spiel verfolgten, war nach dem Gegentreffer gedämpft. Es gab Buhrufe und fassungslose Gesichter. Ein Fan verteilte wütend den Inhalt seines Getränks über der Menge.
Goretzka als Kopfballstärke
Mit Goretzka brachte Nagelsmann ein neues Element ins Spiel: Kopfballstärke. „Vielleicht kann man die Angelegenheit hier ja in der Luft für sich entscheiden, bisher war Paraguay da kein bisschen wacklig. Aber es gab ja schon einige Ecken für die DFB-Elf“, hieß es im Liveticker. Die beste deutsche Chance in der ersten Halbzeit hatte Undav, der mit einem Lupfer an Paraguays Torwart Gill scheiterte (20. Minute).
Paraguay hingegen nutzte seine einzige Chance eiskalt: Nach einer Ecke von rechts kam Enciso völlig frei zum Kopfball und ließ Manuel Neuer keine Chance. „Ein echter Schocker“, kommentierte der Liveticker.
Trinkpause als Denkpause
In der 15. Minute gab es eine Trinkpause, die Nagelsmann zur taktischen Umstellung nutzen konnte. Doch die DFB-Elf fand auch danach kein Mittel gegen die südamerikanische Abwehr. „Deutschland tut sich schwer mit dem massiven Riegel der Paraguayer“, hieß es. Die Statistik sprach Bände: Deutschland führte zwar bei den Ecken, doch echte Torchancen blieben Mangelware.
Nico Schlotterbeck, der nach seiner Verletzung gegen die Elfenbeinküste nicht mehr spielfähig ist, saß weiter an Krücken im Stadion. „Die Krücken im Foto machen es nur zu deutlich“, so der Bericht.
Fans in Berlin hoffen auf Wende
In der Kulturbrauerei gab es trotz des Rückstands noch Hoffnung. „Auf geht's Deutschland schießt ein Tor“, sangen einige Besucher. Alex, der ein Trikot von Antonio Rüdiger trug, schwärmte: „Hier ist einfach richtig geile Stimmung, alle sind gut drauf. Schon letztes Mal haben wir mit mega vielen Leuten, die wir nicht kannten, gesungen, getanzt und gefeiert. Der Vibe hier in Berlin ist unvergesslich.“ Für Boston, wo das Spiel stattfand, ließ sich das bisher nicht behaupten.
Das Spiel wird von Schiedsrichter Jalal Jayed aus Marokko geleitet, der bereits das 7:1 gegen Curacao in der Vorrunde gepfiffen hatte. Ob die DFB-Elf die Wende schafft, bleibt abzuwarten.



