Nach zwei Monaten endet heute der sogenannte Tankrabatt. Autofahrer müssen sich ab morgen auf deutlich höhere Preise an den Zapfsäulen einstellen. Grund ist das Auslaufen der Steuersenkung auf Benzin und Diesel, die am 1. Juli in Kraft getreten war.
Steuererhöhung um 16,7 Cent pro Liter
Für Kraftstoff, der ab dem 1. September das Tanklager oder die Raffinerie verlässt, gilt wieder der alte, höhere Steuersatz. Inklusive Mehrwertsteuer bedeutet das eine Verteuerung um 16,7 Cent pro Liter. Diese Steuerentlastung hatte der Bund nach dem starken Anstieg der Ölpreise infolge des Ukraine-Kriegs eingeführt, um Autofahrer zu entlasten.
Der Tankstellenverband bft rechnet damit, dass sich die Preiserhöhung erst am Mittag des Folgetages an den Zapfsäulen bemerkbar macht. Hintergrund ist eine gesetzliche Regelung: Die Preise dürfen nur um 12.00 Uhr mittags angehoben werden, nicht um Mitternacht, wenn der Steuerrabatt formal endet. „Die Autofahrer werden die höheren Preise also erst morgen Mittag spüren“, erklärte ein Sprecher des bft.
Kosten für den Bund: 1,6 Milliarden Euro
Den Bund kostete der Tankrabatt nach Schätzungen des Finanzministeriums rund 1,6 Milliarden Euro. Wie hoch die tatsächlichen Kosten der Steuerentlastung am Ende waren, werde sich jedoch erst in mehreren Monaten genau beziffern lassen, hieß es aus dem Ministerium. Die Entlastung war auf zwei Monate befristet und sollte die stark gestiegenen Energiepreise abfedern.
Der Tankrabatt war von Beginn an umstritten. Kritiker bemängelten, dass die Steuersenkung nur teilweise an die Verbraucher weitergegeben wurde und Mineralölkonzerne von der Maßnahme profitierten. Befürworter hoben dagegen die Entlastungswirkung für Autofahrer hervor.
Auswirkungen auf den Alltag
Mit dem Auslaufen des Rabatts dürften die Spritpreise wieder das Niveau vor der Steuersenkung erreichen oder sogar darüber liegen. Experten rechnen mit einem Anstieg von etwa 15 bis 20 Cent pro Liter. Für Vielfahrer bedeutet das eine spürbare Mehrbelastung: Wer 50 Liter tankt, zahlt künftig rund 8 Euro mehr als in den vergangenen zwei Monaten.
Die Bundesregierung hatte den Tankrabatt als Teil eines Entlastungspakets beschlossen, das auch das 9-Euro-Ticket im öffentlichen Nahverkehr und eine Energiepreispauschale umfasste. Während das 9-Euro-Ticket noch bis Ende August gilt, endet der Tankrabatt nun planmäßig.



