Usyk verzichtet auf alle WM-Gürtel
Der ukrainische Schwergewichtsboxer Oleksandr Usyk hat angekündigt, alle seine Weltmeistertitel niederzulegen. Dies gab der 39-Jährige auf seinem Instagram-Account bekannt. „Ich werde alle Gürtel niederlegen, damit die Jungs, die heute ihretwegen Schlange stehen, darum boxen können“, schrieb Usyk. Gleichzeitig betonte er, dass dies nicht sein Karriereende bedeute. „Denn ich habe noch einen last dance“, fügte er hinzu. Der Verzicht auf die Titel sei wohlüberlegt und eröffne ihm neue Möglichkeiten, so Usyk, ohne weitere Details zu nennen.
Chance für Agit Kabayel
Diese Entscheidung könnte dem deutschen Schwergewichtsboxer Agit Kabayel den Weg zum Weltmeistertitel ebnen. Der 34-Jährige aus Bochum hatte zuletzt einen Kampf gegen Usyk um den Titel des World Boxing Council (WBC) gefordert. Sollte Usyk nach seiner Ankündigung nicht antreten, könnte Kabayel von der WBC zum Weltmeister ernannt werden. Kabayel hält derzeit den WBC-Interimstitel, den er im Januar in Oberhausen erfolgreich gegen den Polen Damian Knyba verteidigte.
Kabayels Forderung nach einem Kampf
In den vergangenen Monaten hatte Kabayel den Ukrainer immer wieder zu einem Kampf aufgefordert. Zuletzt veröffentlichte der Bochumer ein Video, in dem er Usyk direkt ansprach: „Der WBC will diesen Kampf sehen. Die Fans wollen ihn auch. Und du hast im Ring zugestimmt. Also, Usyk: Lass es uns angehen“, schrieb Kabayel zu dem Video. Ein Sieg gegen Usyk würde Kabayel zum ersten deutschen Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling im Jahr 1932 machen.
Usyks erfolgreiche Karriere
Usyk ist seit 2013 Profiboxer und gewann 2016 seine erste Weltmeisterschaft im Cruisergewicht. Später wechselte er ins Schwergewicht und wurde auch dort Champion, wobei er die Titel der konkurrierenden Boxverbände vereinte. Im November 2025 legte er bereits den Titel des Boxverbands WBO nieder. Der in seiner Profikarriere ungeschlagene Usyk gilt als aktuell bester Schwergewichtsboxer weltweit. Neben dem Boxsport zeigt Usyk auch politische Ambitionen: Zuletzt war er bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu sehen. In der Ukraine herrscht wegen der russischen Invasion Kriegsrecht, Präsidentenwahlen sind ausgesetzt.



