Seit 35 Jahren ist Andreas Gaßner Metzger im Münchner Schlachthofviertel. Der 54-Jährige hat mit der AZ über seine Leidenschaft für den Beruf gesprochen, den heute nur noch wenige ausüben wollen. „Geil, so etwas kriegst du sonst nirgends mehr“, sagt er über die besondere Atmosphäre im Viertel.
Ein Beruf mit Tradition
Gaßner begann seine Karriere als junger Mann und hat seitdem die Entwicklung des Viertels hautnah miterlebt. „Früher war hier viel mehr los, die Schlachthöfe waren das Herz des Viertels. Heute ist vieles moderner, aber auch unpersönlicher geworden“, erklärt er. Trotz der Veränderungen liebt er seinen Job nach wie vor. „Es ist ein ehrlicher Beruf, bei dem man mit den Händen arbeitet und sieht, was man schafft.“
Veränderungen im Viertel
Das Schlachthofviertel hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Wo früher vor allem Metzger und Fleischer ansässig waren, haben heute viele Gastronomiebetriebe und kreative Unternehmen Einzug gehalten. „Die Mieten sind gestiegen, viele alteingesessene Betriebe mussten weichen. Das ist schade, denn die Tradition geht dadurch verloren“, bedauert Gaßner.
Dennoch sieht er auch positive Entwicklungen: „Das Viertel ist lebendiger geworden, es gibt mehr Kultur und Veranstaltungen. Aber ich hoffe, dass die Handwerkskunst des Metzgers nicht ganz verschwindet.“
Zukunft des Metzgerhandwerks
Gaßner macht sich Sorgen um den Nachwuchs. „Viele junge Leute wollen diesen Beruf nicht mehr lernen. Die Arbeitszeiten sind hart, und das Image ist nicht das beste.“ Dabei sei der Beruf abwechslungsreich und biete viele Möglichkeiten. „Ich würde mir wünschen, dass mehr junge Menschen den Mut haben, diesen Weg zu gehen.“
Für sich selbst sieht Gaßner noch lange nicht das Ende seiner Karriere. „Solange ich gesund bin, werde ich weitermachen. Es macht mir einfach Freude, gutes Fleisch zu verarbeiten und die Kunden zufrieden zu stellen.“



