Bayern rüstet gegen Drohnen auf. Seit dem 1. April 2026 steht der Polizei im Freistaat ein neues Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrum (DKAZ) in Erding zur Verfügung. Die Einrichtung soll die Schlagkraft gegen unerwünschte und verbotene Drohnenflüge erhöhen, die spätestens seit den Vorfällen im September und Oktober 2025 auch in Bayern keine Fiktion mehr sind.
40 Mitarbeiter im Einsatz, 100 Stellen geplant
Aktuell arbeiten rund 40 Einsatzkräfte im DKAZ, langfristig sind 100 Stellen vorgesehen. Bei der offiziellen Eröffnung betonte Ministerpräsident Markus Söder (CSU): „Neue Herausforderungen erfordern neue Maßnahmen. Wir müssen unsere Schlagkraft verstärken, um schneller reagieren zu können. Bayern lässt sich nicht einschüchtern.“ Söder stellte klar: Wenn gefährliche Drohnen erkannt werden, müssten diese im Zweifel auch abgeschossen werden.
Innenminister Herrmann lobt Bündelung von Kompetenzen
Innenminister Joachim Herrmann (CSU) unterstrich die Bedeutung des Zentrums: „Im DKAZ bündeln wir gezielt vorhandene Kompetenzen und verknüpfen modernste Technik mit praxisnaher polizeilicher Einsatzfähigkeit. Dadurch stärken wir die Handlungsfähigkeit Bayerns gegenüber aktuellen und künftigen Drohnenbedrohungen nachhaltig.“
Herrmann verwies auf die angespannte sicherheits- und geopolitische Lage, die von zunehmenden Konflikten, hybriden Bedrohungen und neuen Formen der Einflussnahme geprägt sei. Besonders die feindliche Nutzung von Drohnen stelle die Sicherheitsbehörden vor große Herausforderungen: „Angriffe auf unsere kritische Infrastruktur, den Luftverkehr oder militärische Einrichtungen richten sich gegen die nationale und die europäische Sicherheit, verursachen erhebliche wirtschaftliche Schäden und verunsichern die Bevölkerung.“ Daher sei es entscheidend, diesen Bedrohungen „entschlossen, schnell und wirksam“ zu begegnen.
Enge Zusammenarbeit mit Bundespolizei
Das DKAZ arbeitet eng mit dem Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum der Bundespolizei in Berlin zusammen. „Dieser fachliche und technische Austausch auf Landes- und Bundesebene schafft wertvolle Synergien für die Weiterentwicklung von Verfahren und Technologien zur Drohnenabwehr“, betonte Herrmann.
Bereits im vergangenen September und Oktober hatten sich in Europa, Deutschland und Bayern Ereignisse mit Drohnensichtungen rund um Kasernen, Flughäfen und Einrichtungen der kritischen Infrastruktur ereignet. In fünf Fällen gab es Vorfälle an bayerischen Flughäfen, landesweit wurden bis zum 25. September 22 Fälle registriert. Seither ist es ruhiger geworden – was jedoch auch daran liegt, dass aus Gründen der inneren Sicherheit keine Einsatzzahlen und Details mehr von den Behörden veröffentlicht werden.



