Kubickis FDP-Kampf, Klingbeils Trump-Diplomatie und das Wal-Drama: Die politische Lage am Morgen
Kubickis FDP-Kampf, Klingbeils Diplomatie und Wal-Drama

Wolfgang Kubicki: Ein Raufbold will die FDP führen

Die FDP steht nach ihrem Bundestagsauszug vor einer entscheidenden Weichenstellung. Mit Wolfgang Kubicki bewirbt sich ein 74-jähriger Politveteran um den Parteivorsitz, der bereits jetzt für Gesprächsstoff sorgt. Kubicki, bekannt für seine schlagfertige und streitlustige Art, will die Liberalen aus ihrer Bedeutungslosigkeit führen.

Seine Kandidatur wirft jedoch Fragen auf: Der ehemalige Bundestagsvizepräsident holte sich Martin Hagen ins Team, den Geschäftsführer der rechtskonservativen Denkfabrik Republik 21. Diese Positionierung sowie Kubickis Auftritte beim rechtspopulistischen Portal »Nius« lassen Kritiker fragen, ob er die FDP in eine rechtspopulistischere Richtung zwischen Union und AfD steuern will.

In einem Interview mit SPIEGEL-Redakteuren wies Kubicki solche Vorwürfe als Unsinn zurück. Dennoch zeigt sich der Politiker im Kampfmodus: »Ich hatte Kubicki länger nicht erlebt«, sagt ein Beobachter. »Aber was Schlagfertigkeit und Streitlust angeht, ist er ganz der Alte.«

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Lars Klingbeils heikle Mission in Washington

Während Kubicki in Deutschland für Aufsehen sorgt, befindet sich Finanzminister Lars Klingbeil auf diplomatischem Parkett in Washington. Anlass ist die Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds, doch die Reise hat politische Brisanz.

Klingbeil entflieht damit kurzzeitig den Regierungsturbulenzen in Berlin, wo er zuletzt mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) über Entlastungen bei explodierenden Spritpreisen gerungen hatte. Doch in den USA erwartet ihn keine einfachere Aufgabe.

Die Spritpreiskrise und das gedämpfte deutsche Wachstum sind direkte Folgen des amerikanischen Irankriegs. Klingbeil will Einblick in die US-Strategie gewinnen, besonders heikel ist der Kontakt zur Trump-Regierung. Der SPD-Chef hatte mit dem Satz »Das ist nicht unser Krieg« den US-Präsidenten brüskiert.

Das Wal-Drama an der Ostseeküste

In Mecklenburg-Vorpommern nimmt das Drama um einen gestrandeten Buckelwal eine neue Wendung. Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte nach gescheiterten Rettungsversuchen erklärt, das verletzte Tier solle in Frieden sterben dürfen.

Doch am Mittwoch vollzog der Minister einen überraschenden Sinneswandel: Er duldet nun die Rettungsaktion der privaten Initiative um MediaMarkt-Multimillionär Walter Gunz. Der Wal soll mit Luftkissen angehoben und Richtung Nordsee gezogen werden.

Die Experten vom Deutschen Meeresmuseum Stralsund reagierten verschnupft auf diese Entscheidung. Sie wurden nicht eingebunden und sehen keine neue Lagebewertung. Wissenschaftsjournalistin Julia Köppe äußert Skepsis: »Die Chancen, dass der Wal tatsächlich gerettet werden kann, sind verschwindend gering.«

Tankrabatt begünstigt Gutverdiener

Eine Studie der RWTH Aachen offenbart Ungerechtigkeiten beim geplanten Tankrabatt: Die einkommensstärksten zehn Prozent der Haushalte sparen in zwei Monaten 21,64 Euro, die einkommensschwächsten nur 6,48 Euro. Grund: Wer mehr verdient, verbraucht statistisch mehr Sprit.

Ökonom Aaron Praktiknjo zieht ein ernüchterndes Fazit: »Es ist keine zielgerichtete Maßnahme.« Die Regierung entlastet damit vor allem Besserverdiener, während die soziale Schieflage bestehen bleibt.

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