US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford bricht Einsatzrekord – fast zehn Monate auf See
Die USS »Gerald R. Ford«, das größte und modernste Flugzeugträgerschiff der Welt, hat einen bemerkenswerten Einsatzrekord aufgestellt. Mit insgesamt 295 Tagen ununterbrochener Seefahrt übertrifft sie alle anderen US-Flugzeugträger seit dem Ende des Vietnamkriegs. Dieser Rekord wurde durch eine Auswertung des U.S. Naval Institute News bestätigt, einer Plattform einer privaten, gemeinnützigen Militärvereinigung. Die US-Marine selbst hat die Daten weder offiziell gefeiert noch widersprochen.
Ein Einsatz mit Hindernissen und Herausforderungen
Die Reise der »Gerald R. Ford« begann im Juni 2025 im Heimathafen Norfolk, Virginia. Zunächst wurde das Schiff ins Mittelmeer entsandt, doch bereits im Oktober folgte eine Verlegung in die Karibik. Dort war der Träger Teil eines außergewöhnlich großen Marineaufmarschs der USA in der Region. Nach Berichten soll die »Ford« auch an einer Militäroperation gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro beteiligt gewesen sein.
Anschließend ging die Fahrt weiter in den Nahen Osten, wo der Flugzeugträger während des US-israelischen Angriffs auf Iran aus dem Mittelmeer heraus operierte. Anfang März durchquerte das Schiff den Suezkanal und erreichte das Rote Meer. Doch dann kam es zu einem schwerwiegenden Rückschlag: Ein Brand in einem Wäschereibereich zwang die »Ford« zur Umkehr und Rückkehr ins Mittelmeer.
Schwierige Bedingungen für die Besatzung
Der Brand hatte erhebliche Auswirkungen auf die Lebensbedingungen an Bord. Zeitweise mussten etwa 600 Seeleute ohne feste Schlafplätze auskommen und auf dem Boden schlafen. Der demokratische Senator Tim Kaine aus Virginia äußerte sich besorgt über die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Crew. Er sprach von einem »ernsthaften Tribut« und forderte politisch, dass Marineangehörige nicht »um die Welt geschickt« werden sollten, sondern zu Hause sein müssten.
Historischer Vergleich und Zukunftsperspektiven
Der bisherige Rekord lag bei 294 Tagen und wurde von der USS »Abraham Lincoln« im Jahr 2020 aufgestellt. Allerdings gab es in der Geschichte der US-Marine noch längere Einsätze: Während des Kalten Kriegs blieb die inzwischen ausgemusterte USS »Midway« 332 Tage im Einsatz in den Jahren 1972/73. Die Besatzung der USS »Nimitz« war zwischen 2020 und 2021 sogar 341 Tage von zu Hause weg, allerdings mit längeren Isolationsphasen an Land aufgrund der Corona-Pandemie.
Wie lange die »Gerald R. Ford« noch im Einsatz bleiben wird, gibt das Pentagon offiziell nicht bekannt. Doch hochrangige Marineoffiziere ließen durchblicken, dass mit einer Gesamteinsatzdauer von etwa elf Monaten gerechnet wird. Eine Rückkehr des Trägers Ende Mai erscheint daher plausibel. Admiral Daryl Caudle, oberster Offizier der US-Navy, hatte bereits Ende März erklärt, man werde einen »rekordbrechenden Einsatz« der »Ford« erleben.
Die anhaltende Präsenz des Flugzeugträgers in verschiedenen Krisenregionen unterstreicht die strategische Bedeutung solcher Schiffe für die US-Marine. Gleichzeitig wirft der lange Einsatz Fragen nach den Belastungsgrenzen von Besatzungen und der Nachhaltigkeit solcher Operationen auf.



