Münchner Feuerwehr investiert 50 Millionen Euro in moderne Einsatzfahrzeuge
Die Feuerwehr München hat ihren Prototyp für künftige Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge (HLF) präsentiert und gleichzeitig eine beeindruckende Bilanz für das Einsatzjahr 2025 gezogen. Die Zahlen belegen einen deutlichen Anstieg der Alarmierungen, auf den die Einsatzkräfte mit einer umfassenden Modernisierung ihres Fuhrparks reagieren.
Prototyp in Ramersdorf: Modernes Design mit praktischem Nutzen
In der Feuerwache 5 in Ramersdorf glänzt der Prototyp des neuen Einsatzfahrzeugs in einem kräftigen Blutrot. Das auffällige Design zeigt das neue Logo der Münchner Feuerwehr in Neongelb an den Seiten, während das Alarmlicht auf dem Dach in Königsblau leuchtet. Jedes dieser Fahrzeuge kostet inklusive Ausrüstung rund 650.000 Euro und wurde speziell für den städtischen Einsatz optimiert.
Branddirektor Jörg Fiebach erläutert die Hintergründe der Investition: "Die Entscheidung für die Beschaffung neuer Fahrzeuge fiel bereits um das Jahr 2020, als die Haushaltslage noch nicht so prekär war wie heute." Der Hauptgrund für die Erneuerung sei die zunehmende Reparaturanfälligkeit der alten Fahrzeuge gewesen.
80 neue Fahrzeuge für Berufs- und Freiwillige Feuerwehr
Insgesamt sollen 80 neue Einsatzfahrzeuge beschafft werden, die fast den gesamten Fuhrpark der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr ersetzen werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 50 Millionen Euro, wobei 30 Prozent dieser Summe vom Freistaat Bayern übernommen werden.
Durch eine Kooperation mit der Feuerwehr Augsburg konnten zusätzliche Einsparungen erzielt werden. Die neuen Fahrzeuge verfügen über eine komplett modernisierte Innenausstattung mit kompakt verstauter Rettungstechnik, was besonders in der beengten Münchner Stadtgeografie mit ihrem Bedarf an kleinen Wendekreisen von Vorteil ist.
Neues Erscheinungsbild mit traditionellen Elementen
Nicht nur die Technik wird erneuert – auch das äußere Erscheinungsbild der Feuerwehrfahrzeuge erfährt eine deutliche Veränderung. Die neue Lackierung zeigt das Münchner Kindl kombiniert mit einem Rautenmuster, das an das typische Battenberg-Design von Einsatzfahrzeugen angelehnt ist. Beide Elemente sind Teil des neuen Logos der Münchner Feuerwehr.
Bei der Präsentation des Prototyps zeigten sich sowohl die Feuerwehrleute als auch KVR-Chefin Hanna Sammüller von den Grünen beeindruckt von der modernen Optik und Funktionalität der neuen Fahrzeuge.
Einsatzbilanz 2025: Über 107.000 Alarmierungen
Feuerwehr-Chef Wolfgang Schäuble und KVR-Chefin Hanna Sammüller nutzten die Veranstaltung auch für einen Rückblick auf das vergangene Einsatzjahr. Die Zahlen sind bemerkenswert: Im Jahr 2025 rückte die Münchner Feuerwehr insgesamt 107.100 Mal aus – das sind etwa 6.000 Einsätze mehr als im Vorjahr 2024.
Entgegen ihres Namens wurde die Feuerwehr jedoch nur in 8.875 Fällen zu tatsächlichen Bränden gerufen. Die meisten Notfälle betrafen andere Einsatzszenarien wie die Rettung von Haus- und Wildtieren oder technische Hilfeleistungen. Auch bei Großeinsätzen wie dem Anschlag auf einen Verdi-Demonstrationszug im Februar 2025 waren die Einsatzkräfte vor Ort.
Trend zu mehr Einsätzen setzt sich fort
Mit dem kontinuierlichen Wachstum der Stadt München wird sich der Trend zu steigenden Einsatzzahlen voraussichtlich fortsetzen. Die neuen Fahrzeuge sollen die Feuerwehr optimal auf diese Herausforderungen vorbereiten. "Bestens gerüstet wären die Retter bald mit ihren neuen schicken Fahrzeugen", betonen die Verantwortlichen, auch wenn sie gleichzeitig hoffen, dass die Zahl der Notfälle nicht weiter ansteigen wird.
Die Modernisierung des Fuhrparks stellt somit eine wichtige Investition in die Sicherheit der Münchner Bevölkerung dar und unterstreicht die wachsende Bedeutung der Feuerwehr im städtischen Gefüge.



