Bürgermeister gesucht: Gemeinde Bütow droht die Auflösung
Bürgermeister gesucht: Bütow droht Auflösung

Die Gemeinde Bütow bei Röbel in der Müritzregion steht vor einer ungewissen Zukunft. Da sich kein Kandidat für das Bürgermeisteramt finden lässt, droht die Auflösung der Gemeinde. Der bisherige Bürgermeister Manfred Semrau war Anfang des Jahres aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Seitdem führt der Gemeindevertreter Dirk Neumann (parteilos) die Amtsgeschäfte kommissarisch. Neumann betonte jedoch gegenüber dem Nordkurier, dass er das Amt nicht dauerhaft übernehmen werde.

Letzte Bürgermeisterwahl fiel aus

Warum will niemand Bürgermeister werden? „Ich würde den Posten eigentlich schon übernehmen, aber mir fehlt die Zeit. Ich leite außerdem mein eigenes Unternehmen mit vielen Mitarbeitern“, erläuterte Neumann seine Entscheidung. „Eine Auflösung wäre katastrophal für unsere Gemeinde und das Gemeinschaftsgefühl.“ Zur Wahl am 31. Mai gab es keine externen Bewerbungen. „Deshalb fand die Wahl gar nicht statt“, so Neumann.

Die einzige verbleibende Möglichkeit ist, dass jemand aus der Gemeindevertretung das Amt übernimmt. Doch auch die übrigen Gemeindevertreter lehnen ab. Das Gremium besteht aus zwei Rentnern, einem Landwirt und zwei weiteren Unternehmern. Bereits Mitte April gab es einen Termin mit den Kommunalpolitikern, der jedoch ohne Ergebnis blieb, berichtete Neumann.

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Sondersitzung vor Juli geplant: Hoffnung auf Lösung

Es bleibt nur noch ein letzter Termin: die Sitzung der Gemeindevertretung im Juli. Findet sich dort kein Kandidat, wird die Gemeinde aufgelöst. Die Ortsteile Dambeck, Bütow, Erlenkamp und die Siedlung Karchow würden dann einer Nachbargemeinde wie Röbel oder Leizen zugeordnet. „Wir wollen die Gemeinde unbedingt erhalten. Ich werde noch vor Juli eine Sondersitzung einberufen. Ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung finden, aber man wird sehen“, kündigte Dirk Neumann an.

Die Lage hat sich seit dem Rücktritt zugespitzt, da die Gemeinde ohne gewählte Spitze nur eingeschränkt handlungsfähig ist. Der kommissarische Vertreter kann laufende Geschäfte sichern, aber politische Weichenstellungen sind begrenzt. Ohne Kandidaten im Juli bleibt nur die Eingliederung in eine Nachbargemeinde. Ob Röbel oder Leizen übernimmt, müsste in einem weiteren Schritt geklärt werden.

Bei einer Auflösung verliert die Gemeinde ihren Gemeinderat und den Bürgermeister. Die politische Gestaltungsmacht vor Ort entfällt weitgehend, da Entscheidungen dann von einem übergeordneten Gremium getroffen werden. Die aufnehmende Gemeinde übernimmt zudem alle Vermögenswerte wie Grundstücke, Gebäude und Infrastruktur sowie die Schulden der aufgelösten Gemeinde.

Dirk Neumann würde diesen Schritt bedauern, nicht nur wegen des Identitätsverlusts, sondern auch, weil die Gemeinde finanziell gut dasteht. „Wir sind recht liquide“, betonte er.

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