Bauarbeiten in Neubrandenburg: 18 historische Gräber entdeckt
18 historische Gräber in Neubrandenburg gefunden

Archäologische Funde stoppen Bauarbeiten

Die Bauarbeiten für das geplante Vier-Sterne-Hotel an der Poststraße in Neubrandenburg kommen erneut ins Stocken. Grund sind archäologische Funde: Auf der Baustelle an der 1. Ringstraße wurden insgesamt 18 historische Gräber entdeckt. Oberbürgermeister Nico Klose (parteilos) informierte die Stadtvertretung über den Fund.

Hintergrund der Verzögerung

Im ersten Bauabschnitt werden derzeit Leitungen für Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikation verlegt. Diese Arbeiten sind Voraussetzung für den Neubau des Hotels mit 142 Zimmern sowie zweier Wohnhäuser der Neuwoges mit insgesamt 44 Wohnungen. Die Straßenerneuerung ist notwendig, bevor das eigentliche Bauprojekt beginnen kann.

Aus dem Rathaus heißt es, dass es aufgrund der Vielzahl von Bestattungsfunden immer wieder zu Verzögerungen komme. Konkrete Angaben zur zeitlichen Einordnung der Gräber oder zu den Umständen der Bestattungen machte Klose nicht.

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Historische Friedhöfe an der Stadtmauer

Der Fund ist für die Neubrandenburger Innenstadt nicht ungewöhnlich. Die 1. Ringstraße verläuft direkt entlang der mittelalterlichen Stadtmauer. In diesem Bereich befanden sich über Jahrhunderte Friedhöfe und Begräbnisstätten. Erst 1805 wurden die innerstädtischen Friedhöfe geschlossen und außerhalb der Stadtmauern neu angelegt. Seither stoßen Bauarbeiter bei Tiefbauarbeiten in der Altstadt immer wieder auf sterbliche Überreste. Allein auf der brachliegenden Hotelfläche an der Poststraße hatten Archäologen seit 2016 rund 3000 Skelette dokumentiert.

Lange Geschichte des Hotelprojekts

Das Hotelvorhaben zieht sich bereits seit Jahren hin. Der ursprüngliche Bauherr, der Neubrandenburger Maschinenbau-Unternehmer Günther Weber, gab entnervt auf. Das Berliner Architekturbüro SMAP erwarb das Grundstück und legte Ende 2021 konkrete Pläne vor. Im Januar 2025 wurde die Baugenehmigung erteilt. Der eigentliche Hotelbau soll 2027 beginnen. Voraussetzung ist die Fertigstellung der Erschließungsarbeiten: Die Bauarbeiten an der verlängerten Markgrafenstraße und der 1. Ringstraße laufen noch bis Ende Juni 2026, anschließend folgt bis Mitte Dezember 2026 die Poststraße, abschließend zwischen Februar und April 2027 ein Rest in der Markgrafenstraße.

Auswirkungen auf den Zeitplan

Wie stark sich die aktuellen Funde auf den Gesamtzeitplan auswirken, ist noch nicht absehbar. Archäologische Dokumentationspflichten können Bauarbeiten erheblich verlängern. Das Vorhaben Poststraße/Markgrafenstraße ist eines von mehreren Straßenbau-Projekten, die in der Neubrandenburger Innenstadt parallel laufen. In der Heidenstraße läuft der zweite Bauabschnitt mit einem Gesamtvolumen von 3,2 Millionen Euro, in der Großen Wollweberstraße wurden die Arbeiten nach der Winterpause am 2. März wieder aufgenommen.

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