Bewährungsstrafe für Lkw-Fahrer nach Horror-Unfall auf Neubrandenburger Ring
Bewährungsstrafe nach Lkw-Unfall auf Ring

Ein 30-jähriger Lkw-Fahrer ist am Neubrandenburger Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe von vier Monaten verurteilt worden, weil er im November 2023 auf dem südlichen Friedrich-Engels-Ring ungebremst auf zwei Autos aufgefahren war. Drei Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Richterin Iris Hagedorrn folgte damit der Argumentation der Staatsanwaltschaft, die dem Angeklagten fahrlässige Körperverletzung vorwarf.

Unfallhergang und Rettung

Am 8. November 2023 gegen 16 Uhr fuhr der Lkw-Fahrer aus Stavenhagen kommend auf dem Stadtring in Richtung B96 nach Luckenwalde. An der Ampelkreuzung zur Südstadt und Neustrelitz übersah er offenbar das rote Licht und rammte mit mindestens 58 km/h einen grünen VW Golf, in dem ein 93-jähriger Fahrer und seine 73-jährige Beifahrerin saßen. Der Golf wurde gegen einen weiteren Pkw geschleudert, dessen Fahrer ebenfalls verletzt wurde. Die 73-Jährige wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und erlitt schwere Verletzungen; sie war vier Monate im Krankenhaus und konnte lange nicht sprechen oder gehen. Der 93-Jährige musste aus dem Autowrack geschnitten werden und erlitt mehrere Frakturen. Der Ring war fast vier Stunden gesperrt, der Sachschaden betrug über 40.000 Euro.

Zeugenaussagen und Gutachten

Ein Polizist als Zeuge beschrieb, dass der Lkw-Fahrer nach dem Unfall unter Schock stand. Ein hinter dem Lkw fahrender Zeuge gab an, der Brummi sei bereits vor der Ampel sehr zügig unterwegs gewesen. Eine rechtsmedizinische Gutachterin untersuchte mögliche Ursachen für einen „Aussetzer“ des Fahrers, fand jedoch keine schlüssige Erklärung durch Medikamente. Der Verteidiger argumentierte, sein Mandant könne sich an fast nichts erinnern und plädierte auf Freispruch. Die Staatsanwältin hingegen bezeichnete den Gedächtnisverlust als „Schutzbehauptung“ und forderte eine Bewährungsstrafe.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Urteil und Reaktionen

Richterin Hagedorrn verurteilte den Lkw-Fahrer zu vier Monaten Haft auf Bewährung für zwei Jahre. Das Urteil ist rechtskräftig. Der Angeklagte entschuldigte sich umfassend bei den Geschädigten, insbesondere bei der 73-jährigen Beifahrerin, die sich an nichts erinnern konnte. Der 93-jährige Zeuge, der weiterhin Auto fährt, sagte, er sei nun besonders vorsichtig, wenn Lastwagen auf dem Ring unterwegs sind. Der Verteidiger hatte zuvor betont, dass bei dem Unfall auch Tote hätte geben können – alle Beteiligten hätten wohl einen großen Schutzengel gehabt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration