Iran richtet jungen Mann hin – erstes Todesurteil nach Frauenprotesten 2022
Iran: Erste Hinrichtung nach Protesten 2022

In Iran ist erstmals nach Jahren wieder ein Todesurteil im Zusammenhang mit der Frauenbewegung im Herbst 2022 vollstreckt worden. Dem Mann Mehrab Abdollahsadeh wurde zur Last gelegt, bei den damaligen Protesten in der nordwestlichen Stadt Urmia eine Sicherheitskraft getötet zu haben, wie iranische Staatsmedien berichteten. Die Hinrichtung sei am Sonntagmorgen erfolgt.

Haft seit Oktober 2022

Abdollahsadeh befand sich laut der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights seit Oktober 2022 in Haft. Das Urteil wurde demnach im vergangenen Dezember durch den obersten Gerichtshof bestätigt und ein Berufungsgesuch im Januar abgelehnt, wie die Organisation mit Sitz in Norwegen berichtete. Der 27-Jährige arbeitete vor seiner Inhaftierung dem Bericht zufolge als Barbier.

Vorwürfe der Folter

Iran Human Rights warf der iranischen Justiz vor, den Mann 42 Tage lang psychischer und physischer Folter ausgesetzt zu haben, um ein Geständnis zu erzwingen. Vor Gericht soll Abdollahsadeh die Vorwürfe zurückgewiesen haben. Menschenrechtler kritisieren die Verfahren seit Jahren als unfair und politisch motiviert.

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Internationale Kritik

Am Mittwoch hatte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, die zahlreichen Festnahmen und Hinrichtungen in Iran in den vergangenen Wochen verurteilt. Im Januar war es angesichts einer bereits schwelenden Wirtschaftskrise zu Massenprotesten gegen die politische Führung gekommen. Irans Sicherheitsapparat hatte die Proteste brutal niedergeschlagen. Es waren die schwersten Aufstände seit den Protesten im Herbst 2022.

Hintergrund der Proteste

Auslöser der damaligen Massendemonstrationen unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ war der Tod der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini, die im Gewahrsam der Moralpolizei ums Leben kam. Sie soll gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben. Die Justiz ließ seitdem mehr als ein Dutzend Männer hinrichten.

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