In der Böhmischen Schweiz, einem beliebten Wanderparadies nahe der deutschen Grenze, ist ein schwerer Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer wütet auf einer Fläche von etwa 100 Hektar im tschechischen Nationalpark. Hunderte Feuerwehrleute aus der gesamten Tschechischen Republik kämpfen gegen die Flammen, die sich bedrohlich der Grenze zur Sächsischen Schweiz nähern.
Rauchsäule aus Deutschland sichtbar
Wanderer im Elbsandsteingebirge konnten die gewaltige Rauchsäule bereits am Samstag aus Deutschland beobachten. Die Bilder wecken schreckliche Erinnerungen an die Feuerkatastrophe im Sommer 2022, als eine Feuersbrunst durch das trockene Gestrüpp über die Grenze rollte. Damals wurden in beiden Ländern rund zwölf Quadratkilometer Wald vernichtet, und verkohlte Stämme blieben zurück. Die Löscharbeiten in Sachsen dauerten 41 Tage.
Deutsche Behörden in Alarmbereitschaft
Die Feuerwehr in der Sächsischen Schweiz und der Nationalpark sind in erhöhter Bereitschaft. „Wir kontrollieren ständig im grenznahen Bereich, ob durch Funkenflug Brandherde in der Sächsischen Schweiz entstehen“, erklärte Nationalparksprecher Hanspeter Mayr (62). Das Brandgebiet ist weniger als zehn Kilometer von der Grenze entfernt.
Großeinsatz auf tschechischer Seite
Nach Angaben der tschechischen Behörden sind 500 Feuerwehrleute von 70 Einheiten im Kreis Tetschen (Děčín) im Einsatz. Auch Feuerwehren aus Prag und anderen Regionen leisten Unterstützung. Sieben Hubschrauber, unter anderem von Polizei und Armee, nehmen Löschwasser aus mobilen Wassertanks auf. Die Betankung wird live auf Youtube übertragen.
Das Feuer hat bereits die Baumkronen erfasst, und Nadeln sowie Holz auf dem Boden brennen lichterloh. Tschechische Medien berichten, dass sich das Feuer sogar unter der Erde ausbreitet. Am Sonntag wurden Tankfahrzeuge von Feuerwehr und Militär aus ganz Tschechien nachalarmiert, um die weitere Ausbreitung zu stoppen.
Straßen und Wanderwege gesperrt
Mehrere Straßen, Rad- und Wanderwege sind gesperrt, darunter in den Bereichen Rennersdorf (Rynartice), Niederkreibitz (Dolní Chřibská) und Daubitz (Doubice). Die schnelle Ausbreitung der Flammen wird auf die anhaltende Dürre zurückgeführt. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. Nach Angaben der Feuerwehr ist der Brand noch nicht unter Kontrolle. In der Region befinden sich bei deutschen Touristen beliebte Ausflugsziele wie der Marienfels oder der Rudolfstein.



