Dobrindt mit emotionaler Rede vor Polizisten: Tränen bei Erinnerung an erschossenen Beamten
Dobrindt: Tränen bei Rede über erschossenen Polizisten

Emotionale Momente auf Polizeikongress: Dobrindt gedenkt erschossenem Beamten

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (55, CSU) ist normalerweise als knallharter Sicherheitspolitiker bekannt, der selten Gefühlsregungen zeigt. Doch bei seinem Auftritt auf dem Kongress der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) am Dienstagmorgen brach diese Fassade. Vor Hunderten Polizeibeamten wurde der Minister ungewöhnlich persönlich und emotional, als er über den erschossenen Polizeioberkommissar Simon Bohr sprach.

„Mir kamen die Tränen“: Minister zeigt ungewöhnliche Betroffenheit

Mit belegter Stimme erklärte Dobrindt: „Ich muss Ihnen auch sagen, als ich dieses Urteil gelesen habe, kamen mir die Tränen. Mir kamen die Tränen und ich bin dankbar dafür, dass die Staatsanwaltschaft dieses Urteil nicht akzeptiert und in Revision geht.“ Der Minister bezog sich auf das umstrittene Gerichtsurteil im Fall des tödlichen Angriffs auf den 34-jährigen Polizisten.

Der tragische Hintergrund: Tödlicher Überfall in Völklingen

Im August 2025 hatte sich in Völklingen (Baden-Württemberg) eine Tragödie ereignet. Der damals 18-jährige Ahmet G. überfiel eine Tankstelle mit einem Messer und raubte sie aus. Bei seiner Flucht kam es zum Zusammenstoß mit mehreren Polizeibeamten. Im Gerangel gelang es dem Täter, einem Polizisten die Dienstwaffe zu entwenden. Er schoss damit sechsmal auf Polizeioberkommissar Simon Bohr – selbst als dieser bereits am Boden lag. Bohr verstarb noch am Tatort. Ein Oberstaatsanwalt sprach später von einer „gezielten Hinrichtung“.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Umstrittenes Gerichtsurteil sorgt für Empörung

Vor drei Wochen wurde der Täter wegen schweren Raubes verurteilt, jedoch vom Mordvorwurf freigesprochen. Das Gericht begründete dies mit einer akuten Schizophrenie des Angeklagten, der daraufhin in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Dieses Urteil ist für Innenminister Dobrindt schwer zu ertragen. Vor den versammelten Polizeibeamten betonte er: „Wir reden hier über Menschen in Uniform, denen Gewalt angetan wird bis zum Mord. Das hat mit dem Strafrecht in aller Härte beantwortet zu werden.“

Klarer Appell für härteres Durchgreifen

Dobrindts Botschaft war eindeutig: Der Staat muss entschlossen durchgreifen. Der Minister formulierte es so: Es gehe darum, „auf der richtigen Seite zu stehen“. Seine emotionale Reaktion unterstrich die persönliche Betroffenheit über das Schicksal des getöteten Beamten und die als unangemessen empfundene Gerichtsentscheidung.

Seitenhieb auf Vorgängerin Faeser

Zum Abschluss seiner Rede übte Dobrindt auch Kritik an seiner Amtsvorgängerin, der SPD-Politikerin Nancy Faeser (55). Der Bundesinnenminister erklärte: „Der Bundesinnenminister kämpft auch gegen den Linksextremismus. Und mein Gefühl ist, dass in der Vergangenheit etwas zu wenig Fokus auf dem Linksextremismus gelegen hat.“ Dobrindt betonte, dass alle Extremismusformen gleichermaßen im Blick behalten werden müssten: „Egal ob Rechtsextremist, islamistischer Extremist, Linksextremist – jeder Extremist ist Mist und deswegen treten wir gegen ihn an.“

Die ungewöhnlich emotionale Rede des sonst als kühl geltenden Ministers hinterließ bei den anwesenden Polizeibeamten einen bleibenden Eindruck und unterstrich die persönliche Betroffenheit der politischen Führung über Gewalt gegen Sicherheitskräfte.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration