Neubrandenburger Schwimmhalle: Beirat lässt weitere Becken-Variante prüfen
Obwohl die Stadtvertretung sich bereits für eine bestimmte Variante entschieden hatte, will der Beirat nun eine zusätzliche Bauoption prüfen lassen, um möglicherweise Geld zu sparen. Die beschlossene Mischvariante mit 25- und 50-Meter-Bahnen stellt die Planer vor erhebliche Probleme, weshalb der Beirat eine Alternative ins Spiel gebracht hat.
Beckenform als bauliche Herausforderung
Hintergrund ist ein Problem mit der sogenannten Mischvariante, die von der Stadtvertretung beschlossen worden war. Diese sieht sechs 25-Meter-Bahnen und zwei 50-Meter-Bahnen vor. Die daraus resultierende Beckenform stellt eine erhebliche bauliche Herausforderung dar, die zusätzliche Kosten verursachen könnte. Am 3. Februar hat der Beirat seine Arbeit aufgenommen und auf der ersten Sitzung stellte die Bauconzept Planungsgesellschaft aus Sachsen, die mit der Generalplanung beauftragt ist, mehrere Vorplanungsvarianten mit Kostenschätzung vor.
Die Beiratsmitglieder waren daraufhin übereingekommen, die Variante mit sechs 50-Meter-Bahnen zusätzlich prüfen zu lassen, wie die Verwaltung berichtet. Die Ergebnisse dieser Prüfung wurden auf der zweiten Beiratssitzung am 16. April vorgestellt. Damit kommt Bewegung in ein Projekt, das die Neubrandenburger Stadtpolitik seit Jahren beschäftigt.
Historischer Hintergrund des Schwimmhallen-Projekts
Die bestehende Schwimmhalle am Weidenweg stammt aus DDR-Zeiten und verfügt nur über 25-Meter-Bahnen. Für einen Neubau hatte die Stadtvertretung im September 2022 die Mischvariante als teuerste der abgestimmten Optionen gewählt. Im Oktober 2024 beauftragte sie den Oberbürgermeister, die Stadtwerke mit der Ausschreibung der Planungsleistungen zu beauftragen. Im März 2025 wurde dieser Beschluss mit einer Stimme Mehrheit bestätigt.
Der Zuschlag für die Generalplanung ging an die Bauconzept Planungsgesellschaft, die unter anderem auch die Schwimmhalle „Großer Dreesch“ in Schwerin geplant hat. Die Findungsphase sollte ursprünglich bis Ende März 2026 abgeschlossen sein. Oberbürgermeister Nico Klose hatte sich nach seinem Amtsantritt im Juli 2025 als Befürworter des Neubaus positioniert, aber eingeräumt, eine Fertigstellung in seiner Amtszeit nicht versprechen zu können.
Kosten und Fördermittel als kritische Faktoren
Kritiker befürchten, dass die Stadt den Eigenanteil an dem Projekt, das auf mehr als 30 Millionen Euro veranschlagt wird, nicht stemmen kann. Die ersten drei Planungsphasen sind Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln. Eine reine 50-Meter-Variante mit Teilungsoption hätte den Vorteil, dass die Bahnen durch bewegliche Trennwände flexibel genutzt werden könnten.
Der Nachteil der beschlossenen Mischvariante liegt in der komplizierten Beckengeometrie, wenn unterschiedlich lange Bahnen in einem Gebäude untergebracht werden müssen. Eine Änderung des Beckenkonzepts würde einen neuen Beschluss der Stadtvertretung erfordern. Bei der kommenden Sitzung am Donnerstag, dem 23. April, wird Nico Klose vorerst nur über diese Variante informieren.
Die Diskussion zeigt, wie komplex die Planung öffentlicher Bauprojekte sein kann, insbesondere wenn technische Herausforderungen und finanzielle Rahmenbedingungen berücksichtigt werden müssen. Der Beirat versucht mit seiner Initiative, eine kosteneffizientere und baulich praktikablere Lösung für die dringend benötigte neue Schwimmhalle zu finden.



