Berliner Olympia-Beauftragter kontert Söders Münchner Bewerbung
Berliner Olympia-Beauftragter kontert Söder

Berlins Olympia-Beauftragter Kaweh Niroomand (73) hat die Forderung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59) zurückgewiesen, die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 nach München zu holen. In einem Interview mit BILD hatte Söder vergangene Woche getönt: „Will Deutschland gewinnen, muss es München nehmen.“ Niroomand konterte nun: „München ist bürgerlich, gesittet und eine ordentliche Stadt – aber nur mit einem internationalen Ereignis, dem Oktoberfest. Berlin hingegen ist 365 Tage im Jahr international. Wir sind die Sportmetropole Deutschlands. Viele IOC-Mitglieder kennen nur Berlin. Schauen Sie sich nur an, wie Manuel Neuer nach dem Pokalhalbfinal-Sieg geschwärmt hat: ‚Berlin hat uns gefehlt.‘ Das ist einmalig.“

Münchner Votum und Konkurrenz aus Köln-Rhein-Ruhr

Im vergangenen Oktober hatten 66,4 Prozent der Münchner Bürger für eine Olympia-Bewerbung gestimmt. Mit der Region Köln-Rhein-Ruhr gibt es einen weiteren großen Konkurrenten – auch dort sprachen sich rund 66 Prozent der Befragten für eine Bewerbung aus. In Berlin hingegen regt sich Widerstand: Die Initiative „NOlympia“ sammelt Unterschriften gegen die Spiele. Da ein Referendum nicht möglich ist, soll ein Volksbegehren auf den Weg gebracht werden. Hauptargument der Gegner: Berlin habe kein Geld für Olympia.

Niroomand: Gegner-Argumente nicht mehr zeitgemäß

Niroomand war selbst bei der Auftaktveranstaltung der Initiative – ohne Einladung. Er sagte: „Zahlreiche Einwände der Gegner sind nicht mehr zeitgemäß und spiegeln weder die heutigen Vergabekriterien noch die realen Abläufe in der Durchführung wider. Wenn heute die Frage gestellt würde, ob wir eine Milliarde Euro in Olympia oder in marode Sportstätten investieren sollen, dann wäre ich der Erste, der sagt: Lassen wir Olympia beiseite und investieren in die maroden Sportstätten. Aber so ist es ja nicht: Diese Gelder kommen ohne Olympia nicht. Nur wenn wir die Spiele bekommen, kommt ein Modernisierungsschub.“

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Der Sportfunktionär, der auch als Macher der Berlin Volleys bekannt ist, verwies auf eine Umfrage des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), wonach 60 Prozent der Berliner sich Olympia in der Hauptstadt vorstellen können. „In Berlin werden Sie nie eine Situation hinbekommen, in der die Leute im Vorfeld auf der Straße jubeln. Das ist die pessimistische Ur-Berliner-Sicht. Wenn es jedoch passiert – erinnern Sie sich an die WM 2006 oder die Europameisterschaft vorletztes Jahr –, dann sind die Berliner an Begeisterung nicht zu halten. Umso bemerkenswerter ist die Umfrage des DOSB, in der 60 Prozent der Berliner angaben, sich Olympia hier vorstellen zu können.“

Der DOSB entscheidet am 26. September, welche deutsche Stadt bei der internationalen Vergabe ins Rennen geht. Berlin, München und die Region Köln-Rhein-Ruhr sind die drei aussichtsreichsten Bewerber.

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