AfD-Politiker sponsert Auftritt von Rechtsextremist Martin Sellner
AfD-Politiker sponsert Sellner-Auftritt

Ein Auftritt des österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner (37) in einer Sonderfahrt einer Düsseldorfer Oldtimer-Straßenbahn sorgte vor zwei Wochen für Entsetzen. Die Chefin der Rheinbahn AG war nach eigener Aussage „geschockt“, als sie ein Video der Sellner-Fahrt sah. Jetzt kommt heraus: Die Veranstaltung wurde von der Firma eines AfD-Politikers gesponsert.

Nach BILD-Informationen gründete der in Köln wohnende ehemalige AfD-Bundestagsabgeordnete Roger Beckamp (50) am 29. Dezember letzten Jahres als alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer die Firma Unwoked GmbH. Das Unternehmen mit Sitz in Windeck (NRW) betreibt einen Online-Shop und verkauft Merchandising-Produkte von AfD-nahen und rechtsextremen Influencern, darunter ein rechtskräftig wegen Volksverhetzung verurteilter YouTuber, der im Gefängnis saß. Eine große Werbetafel der Firma Unwoked ist auf Videos der Hetzveranstaltung von Martin Sellner zum Thema „Remigration“ in der Düsseldorfer Oldie-Bahn zu sehen. Auf Telegram bedankte sich Sellner bei der Sponsoren-Firma und blendete deren Internetadresse ein.

Auf BILD-Anfrage bestätigt Roger Beckamp, der für die AfD von 2017 bis 2021 auch im Landtag NRW saß, das Sponsoring seiner Firma. „Unwoked hat die Veranstaltung mit Martin Sellner gerne unterstützt. Es entspricht unserem Selbstverständnis, etwas an die Gemeinschaft zurückzugeben, der wir uns verpflichtet fühlen“, teilte der AfD-Mann schriftlich mit. Den Sellner-Auftritt, der in Düsseldorf für Entsetzen sorgte, nennt er eine „gelungene Veranstaltung“.

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Beckamp stellt sich gegen eigene Parteiführung

Damit stellt sich Beckamp, der bis März letzten Jahres Bundestagsabgeordneter der AfD war, gegen seine eigene Parteiführung. Auftritte mit Martin Sellner, dem führenden Kopf der rechtsextremistischen Identitären Bewegung, sind laut einem Beschluss der AfD-Parteispitze vom Februar dieses Jahres für AfD-Leute tabu. Im Fall, dass sich Mitglieder nicht daran halten, drohen Parteistrafen.

Weitere Verbindungen zu Neonazis

Ende 2024 wurde bekannt, dass sich Beckamp in der Schweiz mit Rechtsradikalen und Vertretern der in Deutschland verbotenen Neonazi-Organisation „Blood and Honour“ getroffen haben soll. Roger Beckamp, der Gründungsvorsitzende der AfD Köln war, trat zuletzt auf dem Landesparteitag der AfD Nordrhein-Westfalen am 7./8. März in Marl auf. Dort wurde er zum 4. Ersatzrichter des Parteigerichts der AfD‑NRW gewählt.

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