Daniel Peretz (25) kämpft mit dem FC Southampton um den Aufstieg in die Premier League. Der von Bayern München ausgeliehene Torwart spricht im Interview über seine Zeit in England, den regelmäßigen Kontakt zu Manuel Neuer und seine Zukunft beim Rekordmeister.
Peretz über seine Leihe und den Aufstiegskampf
Der israelische Nationaltorhüter wurde 2023 von Bayern München verpflichtet, kam aber nur zu wenigen Einsätzen. Nach einer Leihe zum HSV spielt er nun für Southampton in der Championship. Dort überzeugt er mit starken Leistungen und hat großen Anteil am Aufstiegskampf seines Teams. „Es macht mir zurzeit großen Spaß. Das hilft enorm“, sagt Peretz. „Ich habe eine sehr gute Verbindung zu meinem Trainer und zu den Mitspielern. Dazu komme ich endlich in einen Rhythmus, weil ich viele Spiele am Stück absolviere. Von Spiel zu Spiel wächst das Selbstvertrauen.“
Regelmäßiger Austausch mit Manuel Neuer
Peretz steht weiterhin in engem Kontakt mit dem FC Bayern. „Ich bin großer Bayern-Fan. Es macht mir riesigen Spaß, ihnen zuzuschauen“, erklärt er. Besonders intensiv ist der Austausch mit Manuel Neuer: „Er ist ein toller Typ, sehr bescheiden. Von der ersten Sekunde an hat er mir geholfen. Wir schreiben uns regelmäßig nach den Spielen, und zu guten Leistungen gratuliert er mir.“
Die Zeit in München prägt ihn
Trotz der wenigen Einsätze bei Bayern bereut Peretz seine Zeit in München nicht. „Die Zeit auf der Bank hat mich abgehärtet und zu einem stärkeren Menschen und besseren Torwart gemacht. Ich habe von allen gelernt – von den Spielern, dem Torwarttrainer und den Trainern. Diese Gewinner-Mentalität, die man nur in München hat, zeige ich jetzt jede Woche.“
Zukunft offen – Rückkehr zu Bayern möglich?
Auf die Frage nach einer möglichen Rückkehr zu Bayern antwortet Peretz: „Ich weiß es noch nicht. Aktuell genieße ich es, jedes Spiel zu spielen. Dann sehen wir, was die Zukunft bringt. Ich habe vollstes Vertrauen, dass mich Gott an den Ort führen wird, der am besten zu mir passt. Wenn das am Ende die Bayern sind, würde ich mich wahnsinnig freuen. Wenn nicht, dann nicht.“
Southampton hat eine Kaufoption in Höhe von acht Millionen Euro. Peretz‘ Vertrag in München läuft noch bis 2028.
Leben in England und Umgang mit dem Krieg
Peretz vermisst an Deutschland vor allem die Umgebung Münchens: „Die Berge, die Seen – es ist eine wunderschöne Gegend.“ Mit seinen Teamkollegen in Southampton spricht er über den Krieg im Nahen Osten. „Viele in der Mannschaft sind weit weg von dem Thema, aber sie sind neugierig. Sie fragen mich, machen sich Sorgen, und ich erkläre ihnen, wie die Lage ist.“
Negative Reaktionen wegen seiner Herkunft habe er nicht erlebt. „Ich lese nicht allzu viele Kommentare im Netz. Für einen Sportler ist es nicht besonders gesund, das ständig im Kopf zu haben.“
Mit Southampton hat Peretz noch zwei Ligaspiele, die über den Aufstieg entscheiden. „Jede dieser Partien ist ein eigenes Finale“, sagt er. Die Fans in Southampton haben ihn bereits ins Herz geschlossen – auch weil er sich als Israeli für den Klub engagiert.



