Mats Hummels hat eingeräumt, dass sein Verhältnis zu Bundestrainer Julian Nagelsmann belastet ist. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund gestand in einem Interview mit MagentaTV, dass er sich befangen fühle, nachdem Nagelsmann ihn vor der Europameisterschaft 2024 aus dem Kader gestrichen hatte.
Hummels: „Da ist schon etwas hängengeblieben“
„Ich will nicht sagen, dass ich voreingenommen bin, aber es ist schon etwas hängengeblieben“, sagte Hummels auf die Frage, ob er Nagelsmann gegenüber befangen sei. Der 35-Jährige betonte, dass die Entscheidung des Bundestrainers ihn getroffen habe, und er gestand, dass dies sein Urteil über Nagelsmann beeinflussen könnte.
Hummels hatte zuvor mehrfach öffentlich Kritik an Nagelsmann geübt, unter anderem an dessen Kommunikationsstil und taktischen Entscheidungen. Diese Kritik wurde von einigen Beobachtern als Nachtreten für die Nichtberücksichtigung bei der EM 2024 gewertet. Hummels wies diesen Vorwurf jedoch zurück: „Es geht mir nicht um Rache oder so etwas. Ich äußere meine Meinung, weil ich denke, dass ich als erfahrener Spieler etwas beitragen kann.“
Belastetes Verhältnis seit EM-Aus
Das Verhältnis zwischen Hummels und Nagelsmann gilt seit der EM 2024 als angespannt. Nagelsmann hatte Hummels trotz starker Leistungen in der Bundesliga nicht für den Turnierkader nominiert. Stattdessen setzte der Bundestrainer auf jüngere Innenverteidiger wie Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck. Hummels zeigte damals öffentlich Unverständnis und kritisierte die Entscheidung scharf.
„Ich habe mich damals sehr ungerecht behandelt gefühlt“, so Hummels rückblickend. „Aber ich akzeptiere die Entscheidung des Trainers. Nur die Art und Weise, wie sie kommuniziert wurde, hat mir nicht gefallen.“
Auswirkungen auf die Nationalmannschaft
Die Spannungen zwischen Hummels und Nagelsmann werfen Fragen zur Teamchemie in der Nationalmannschaft auf. Hummels, der 2014 Weltmeister wurde, ist einer der erfahrensten Spieler im deutschen Fußball. Seine Kritik könnte die Autorität des Bundestrainers untergraben, insbesondere bei jüngeren Spielern.
Nagelsmann selbst hatte sich zuletzt in einem TV-Auftritt ungewohnt emotional gezeigt und Kritik an seiner Person zurückgewiesen. „Ich habe das Gefühl, dass manche Leute mich persönlich angreifen, statt sachlich zu diskutieren“, sagte der Bundestrainer. Hummels‘ Äußerungen dürften die Debatte um Nagelsmanns Führungsstil weiter anheizen.
Hummels‘ Zukunft im DFB-Team
Trotz der Spannungen schließt Hummels eine Rückkehr in die Nationalmannschaft nicht aus. „Ich habe mich nie zurückgezogen. Wenn der Trainer mich braucht, bin ich da“, betonte er. Allerdings machte er deutlich, dass er nicht um einen Platz im Kader betteln werde: „Ich bin 35 Jahre alt und habe meine Karriere hinter mir. Ich muss mich nicht mehr beweisen.“
Ob Nagelsmann unter diesen Umständen erneut auf Hummels zurückgreifen wird, ist fraglich. Der Bundestrainer setzt langfristig auf Verjüngung und hat mehrfach betont, dass die Zukunft der Nationalmannschaft bei jungen Spielern liege.



