Die FDP-Politikerin und Aktivistin Karoline Preisler hat in Hamburg über ihren Einsatz gegen Antisemitismus gesprochen. Bei einer Veranstaltung der Liberalen Frauen Hamburg im Logensaal der Kammerspiele betonte sie gemeinsam mit Rabbinerin Alina Treiger die Notwendigkeit von Zivilcourage. Preisler wird regelmäßig bei propalästinensischen Demonstrationen attackiert, weil sie mit einem Schild „Rape is not resistance“ gegen sexualisierte Gewalt protestiert.
Preisler, die 1971 in Ost-Berlin geboren wurde, engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Antisemitismus – zunächst gegen rechtsextreme, nun gegen linksextreme und islamistische Tendenzen. Sie betonte, dass Zivilcourage für sie eine historische Verantwortung sei: „Unrecht klar zu benennen und demokratische Mittel zu nutzen.“ Die Juristin war zuvor durch ihr „Corona-Tagebuch“ bekannt geworden.
Im November 2024 erhielt Preisler den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage vom Zentralrat der Juden. Präsident Josef Schuster würdigte sie als Vorbild. Die Aktivistin sieht ihren Einsatz als Selbstverständlichkeit angesichts des Holocausts und der steigenden antisemitischen Straftaten in Deutschland: 2024 wurden 6.236 Fälle registriert, 173 davon Gewalttaten.
Preisler und Treiger wiesen jede Rechtfertigung von Vergewaltigung als politischen Widerstand zurück. Sie riefen dazu auf, im Alltag Haltung zu zeigen und antisemitischen Parolen zu widersprechen – in der Familie, im Freundeskreis und im Beruf. Die Veranstaltung wurde von der ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Ria Schröder moderiert.



