Russland plant Militärparade am 9. Mai in abgespeckter Form
Militärparade in Moskau ohne Panzer und Fahrzeuge

Russland begeht die Feierlichkeiten zum Sieg über Nazideutschland in diesem Jahr offenbar in einer Art Light-Version. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, werde bei der traditionellen Parade am Roten Platz in Moskau am 9. Mai wegen der „aktuellen operativen Lage“ kein militärisches Gerät präsentiert. Normalerweise fährt die Armee an dem Tag viele Panzer und anderes großes wie kleines Kriegsgerät in der Hauptstadt auf. Mit der Parade wird der 81. Jahrestag der Kapitulation Nazideutschlands gegenüber der Sowjetunion gefeiert. Der Tag ist einer der wichtigsten Feiertage im russischen Kalender.

Auch die große Parade im Zentrum Moskaus wird offenbar in leicht abgespeckter Fassung stattfinden, denn einige Teile des Militärs bleiben der Veranstaltung fern. Dennoch dürften beim Vorbeimarsch der Offiziersanwärter Tausende Militärs präsent sein. „Militärangehörige der höheren militärischen Bildungseinrichtungen aller Art und der einzelnen Teilstreitkräfte der Streitkräfte der Russischen Föderation werden als Teil der Marschkolonne an der Parade teilnehmen“, hieß es in der Erklärung. Nicht dabei seien dagegen die Schüler der Militärschulen Suworow und Nachimow und das Kadettenkorps. Einen Überflug der Parade mit dem Versprühen der russischen Nationalfarben durch die russischen Luftstreitkräfte soll es aber geben.

Laut dem Exilmedium „Meduza“ hatte es bereits seit Tagen Gerüchte über eine reduzierte Version der Parade gegeben. Es ist demnach das erste Mal seit 2007, dass die Feierlichkeiten weitgehend ohne Militärtechnik abgehalten werden. Die reduzierte Parade deutet auf die angespannte Lage der russischen Armee im vierten Jahr des Angriffskriegs gegen die benachbarte Ukraine hin. Bislang hatte der Kreml die Parade mit viel Kampfgerät trotz der hohen Verluste wie gewohnt stattfinden lassen.

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Nun entschied sich die Führung dagegen. Auch die Proben für die Parade, die normalerweise Tage vorher beginnen, bleiben in diesem Jahr offenbar weitgehend aus. Neben der logistischen Belastung, Gerät und Personal für Showzwecke nach Moskau zu schaffen, könnte auch die Sorge vor ukrainischen Anschlägen oder Angriffen eine Rolle bei der Entscheidung gespielt haben, die Parade zu verkleinern. Bereits seit Beginn des russischen Angriffskriegs findet die Parade am 9. Mai unter stark erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Kyjiw gelingen immer wieder gezielte Schläge bis weit ins russische Landesinnere. Zuletzt nahm die Ukraine dabei insbesondere die russische Ölinfrastruktur ins Visier.

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