Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein Ende des Krieges stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, die Absichtserklärung von Islamabad sei noch nie so nah an der Fertigstellung gewesen. Auch US-Präsident Donald Trump rechnet mit einer baldigen Unterzeichnung, möglicherweise in Europa. Gleichzeitig gibt es jedoch weiterhin widersprüchliche Angaben zu den Inhalten einer möglichen Vereinbarung.
Iran: Rahmenabkommen in greifbarer Nähe
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat ein baldiges Rahmenabkommen mit den USA in Aussicht gestellt. „Die Absichtserklärung von Islamabad stand noch nie so kurz vor dem Abschluss“, schrieb Araghtschi auf der Plattform X. Er rief die Medien dazu auf, sich mit Spekulationen über den Inhalt zurückzuhalten, bis die endgültige Fertigstellung erfolgt sei. Einzelheiten würden zu gegebener Zeit mitgeteilt.
US-Präsident Donald Trump hatte ebenfalls Fortschritte in den Verhandlungen verkündet. „Wahrscheinlich wird es eine Unterzeichnung geben, vielleicht in Europa“, sagte Trump im Oval Office. Allerdings wies er Äußerungen aus dem Iran über angebliche Inhalte einer Vereinbarung zurück. Was dort gesagt worden sei, habe keinerlei Bezug zur Wahrheit, schrieb Trump auf Truth Social.
Iranische Agentur veröffentlicht Entwurf
Die iranische Nachrichtenagentur Mehr meldete, ein Entwurf zu einer Absichtserklärung sehe eine „dauerhafte und sofortige Einstellung der Kampfhandlungen an allen Fronten, einschließlich im Libanon“ vor. Nach der Unterzeichnung würden der Iran und die USA 60 Tage lang Gespräche führen, die auf eine Einigung in Atomfragen und die vollständige Aufhebung der US-Sanktionen abzielten. Zudem solle die Freigabe von 24 Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern während der Verhandlungsphase erfolgen.
Pakistan und EU zeigen sich optimistisch
Der Vermittlerstaat Pakistan meldete ebenfalls Fortschritte. Außenminister Ishaq Dar und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußerten nach einem Telefonat ihre Hoffnung auf eine „anhaltende Verständigung und friedliche Lösung“. Dialog und Diplomatie seien der einzige Weg für langfristigen Frieden.
Trump hatte am Donnerstag überraschend Angriffe auf den Iran abgeblasen und von einem nahenden Abkommen gesprochen. Der Iran äußerte sich zunächst verhalten, sprach jedoch davon, dass ein Verhandlungstext überwiegend finalisiert sei.
Israelische Sicherheitsinteressen sollen berücksichtigt werden
Die israelische Regierung hat nach eigenen Angaben von Washington die Zusicherung bekommen, dass israelische Sicherheitsinteressen bei einem späteren Deal berücksichtigt werden. US-Präsident Trump habe zugesagt, dass ein endgültiges Abkommen mit Teheran die Entfernung des vom Iran angereicherten Urans sowie den Abbau der iranischen Anlagen zur Urananreicherung umfassen werde. Auch solle Irans Herstellung von Raketen eingeschränkt und die Unterstützung seiner Stellvertreter in der Region beendet werden.
Bundesregierung sieht Chance auf Einigung
Die Bundesregierung sieht Insidern zufolge die Chance auf eine Verständigung zwischen den USA und dem Iran. „Hier haben die letzten Tage Fortschritte gebracht“, heißt es in deutschen Regierungskreisen. Bei der diplomatischen Arbeit könne sich Präsident Trump weiter auf die deutsche Unterstützung verlassen. Iran dürfe sich nicht nuklear bewaffnen und die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus müsse wieder gewährleistet werden.
Wirtschaftliche Auswirkungen des Iran-Kriegs
Die Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft wegen der Folgen des Iran-Kriegs erst 2028 wieder spürbares Wachstum zu. Im laufenden Jahr bleibe der Konjunktur allein wegen der staatlichen Mehrausgaben ein Abrutschen in eine vorübergehende Rezession erspart. Die Bundesbank geht davon aus, dass das unbereinigte Bruttoinlandsprodukt 2026 um 0,7 Prozent steigt, im nächsten Jahr um 0,9 Prozent anzieht und 2028 um weitere 1,2 Prozent zulegt.



