Kirchdorf auf der Insel Poel atmet auf: Nach 29 Tagen hat der Buckelwal Timmy die Bucht verlassen und ist auf dem Weg zur Nordsee. Die Bewohner des kleinen Küstenortes sind erleichtert, dass der Trubel um das gestrandete Tier nun vorbei ist. „Dadurch war ja ganz Poel dicht“, sagte der 80-jährige Peter Richter aus dem nahegelegenen Neukloster. Er musste jeden Morgen auf dem Weg zu seiner Bootshalle seinen Ausweis vorzeigen – eine Situation, die ihm gar nicht gefiel.
Wal lag vier Wochen auf Sandbank fest
Der rund 12 Meter lange und etwa 12 Tonnen schwere Buckelwal hatte sich vier Wochen lang auf einer Sandbank vor der Insel festgesetzt. Erst am 28. April 2026 gelang es einer privaten Retter-Initiative, das Tier in eine Barge zu bugsieren – gegen den Rat von Wissenschaftlern. Doch wie durch ein Wunder schwamm Timmy von allein in sein „Reisebett“. Nun ist das mit Wasser gefüllte Lastschiff auf dem Weg in Richtung Nordsee.
Anwohner und Händler berichten von Stress
Die vergangenen Wochen waren „schon stressig“, sagte Kathrin Anders, die vom Fischkutter ihres Sohnes im Hafen Pommes und Fischbrötchen verkauft. „Allein schon, weil hier alles abgesperrt war.“ Dadurch habe viel Kundschaft gefehlt. Den Trubel um den Wal selbst fand sie nicht so schlimm: „Das war ja für etwas Gutes.“ Oliver Schöne berichtete jedoch von unschönen Momenten: Einige Gäste wurden „dumm angemacht“, weil sie sich ein Fischbrötchen kauften, während hier ein Wal gerettet wurde. „Das geht ein bisschen zu weit“, sagte er.
Endlich wieder freie Parkplätze
Das Ehepaar Dirk und Lydie Wagner aus Hamburg besuchte Kirchdorf am Mittwoch nach der Bergung. „Jetzt haben wir auch einen Parkplatz bekommen“, freute sich Dirk Wagner, während er ein Fischbrötchen in der Hand hielt. Der Rummel sei „doch recht heftig“ gewesen. Am Mittwoch räumten die Helfer der DLRG und der privaten Initiative ihre letzten Sachen zusammen. Vereinzelt waren noch Live-Schalten und Fernsehteams zu sehen, doch am Abend kehrte spürbar Ruhe ein.



