Hunderte demonstrieren in Berlin für Reza Pahlavi und Umsturz im Iran
Demo in Berlin für Reza Pahlavi und Iran-Umsturz

Demonstration für Reza Pahlavi in Berlin

Mehrere hundert Anhänger des iranischen Oppositionspolitikers Reza Pahlavi, des Sohnes des letzten Schahs, haben sich in Berlin versammelt, um für den Sturz der Führung der Islamischen Republik Iran zu demonstrieren. Bereits am Mittag kamen sie am Reichstagsgebäude zusammen, und es gab stetigen Zulauf. Ein Polizeisprecher erklärte, dass im Laufe des Nachmittags viele tausend Demonstranten erwartet würden.

Symbole der alten Monarchie

Viele Teilnehmer schwenkten Fahnen mit dem Emblem der 1979 von Islamisten gestürzten Monarchie – dem Löwen und der Sonne. Im Tagesverlauf sollten zahlreiche Redner auf einer Bühne sprechen. Ob und wann Pahlavi selbst auftreten würde, war am Vormittag noch unklar. Insgesamt waren 800 Polizisten aufgrund der vielen Demonstrationen im Regierungsviertel im Einsatz.

Pahlavis Appell an Europa

Pahlavi, der seit Jahrzehnten im Exil lebt, war am Vormittag Gast in der Bundespressekonferenz. Dort forderte er die europäischen Regierungen auf, nicht mit der Führung in Teheran zu verhandeln, in der Geistliche das letzte Wort haben. Es dürfe nichts legitimiert werden, was den repressiven Staatsapparat an der Macht halte.

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Treffen mit deutschen Regierungsmitgliedern sind nicht geplant. Allerdings wird Pahlavi von Unions-Außenpolitiker Armin Laschet sowie Außenpolitikern anderer Bundestagsfraktionen empfangen. Monarchistische Gruppen sehen ihn als politischen Anführer der iranischen Opposition. Wie viel Rückhalt er tatsächlich im Land hat, ist unklar. Mit Beginn der Massenproteste im Iran im Januar hatte er einen Machtwechsel gefordert und Polizei sowie Armee zum Überlaufen aufgerufen.

Kontroversen um Pahlavi

Pahlavi geriet in Teilen der iranischen Gesellschaft in die Kritik, weil er den Krieg der USA und Israels unterstützte, der auch die Zivilbevölkerung traf. Auch regierte sein Vater das Land mit harter Hand: Die Opposition wurde unterdrückt, Kritiker landeten im Gefängnis, und ein berüchtigter Geheimdienst ging brutal gegen Gegner vor. Gleichzeitig haben andere Iraner positive Erinnerungen, denn der Schah trieb große Reformprojekte voran und band das Land eng an den Westen.

Gegendemonstrationen angekündigt

In Berlin waren auch Demonstrationen gegen Pahlavis Besuch angekündigt. Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne), selbst im Iran geboren, äußerte sich zu Pahlavi: Er sei eine politische Stimme, auf der sehr viel Hoffnung ruhe, es gebe aber auch andere Stimmen.

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