BlaBlaCar stellt Fernbus-Liniennetz ein: Über 300 Städte betroffen
BlaBlaCar stellt Fernbus-Liniennetz ein

Mehr als 300 Städte in Europa sind betroffen: Der bekannte Fernbus-Anbieter BlaBlaCar stellt sein Liniennetz ein. Das Unternehmen gab bekannt, dass sowohl nationale als auch internationale Verbindungen eingestellt werden. In Deutschland sind unter anderem Strecken von Köln, Düsseldorf, Stuttgart, München und Frankfurt nach Paris sowie mehrere innerdeutsche Routen betroffen.

Gründe für die Einstellung

Als Hauptgrund nennt BlaBlaCar den harten Wettbewerb im Fernbusmarkt. Ein profitabler Betrieb sei aufgrund stark steigender Kosten nicht mehr möglich. Luca Roggenkamp, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen (BDO), erklärt gegenüber BILD: „Der Fahrpersonalmangel spitzt sich dank der demografischen Entwicklung weiter zu, die Personalkosten steigen und die bürokratischen Anforderungen nehmen kontinuierlich zu.“

Steuerliche Benachteiligung von Bussen

Roggenkamp weist auf eine steuerliche Ungleichbehandlung hin: „Im Fern- und Reisebusverkehr wird der Bus im Vergleich zu Bahn- und Flugverkehr steuerlich erheblich benachteiligt. Beim Zug fällt nur ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz an, beim internationalen Luftverkehr wird gar keine Mehrwertsteuer fällig. Dagegen muss beim Reisebusbereich der volle Satz bezahlt werden.“

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Auswirkungen auf Mitarbeiter und Zukunft

Von der Einstellung des Liniennetzes sind 40 Mitarbeiter direkt betroffen. BlaBlaCar hatte mit extrem günstigen Ticketpreisen – auf ausgewählten Strecken wurden Sitzplätze für nur 99 Cent angeboten – den Markt erobert und sogar den größten deutschen Mitbewerber Flixbus herausgefordert. Das Unternehmen setzte auf rund sechzig europäische Transportunternehmen, die im Auftrag von BlaBlaCar Bus die Strecken bedienten.

Die Mitfahrplattform und die Vermittlung von Bustickets anderer Anbieter will BlaBlaCar jedoch fortführen. Das Unternehmen betont, dass man sich weiterhin auf das Kerngeschäft der Mitfahrvermittlung konzentrieren werde.

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