Bundeswehr löscht Waldbrand am Saurüsselkopf aus der Luft
Bundeswehr bekämpft Waldbrand am Saurüsselkopf

In den Chiemgauer Alpen kämpfen Einsatzkräfte weiterhin gegen einen Waldbrand am Saurüsselkopf. Die Bundeswehr wird ab heute mit Hubschraubern unterstützen, die jeweils rund 5000 Liter Wasser transportieren können. Dies teilte das Landratsamt Traunstein mit. Die Hubschrauber der Bundeswehr haben eine deutlich höhere Kapazität als die der Polizei, erklärte Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler). Er hatte am Vortag den Katastrophenfall ausgerufen.

Katastrophenfall ausgerufen

„Wir sind auf überörtliche Hilfe angewiesen“, sagte Danzer. Mit der Feststellung des Katastrophenfalls werden die Einsatzkräfte, Fachstellen und Behörden zentral koordiniert. Schätzungen zufolge sind 50 bis 60 Hektar Wald in Brand geraten. Das Feuer bedroht ein Trinkwasserschutzgebiet. „Wir müssen die Quelle schützen. Die Quelle versorgt 30.000 Bürgerinnen und Bürger“, betonte Danzer.

Lage am Berg

An dem 1364 Meter hohen Berg bei Ruhpolding im Landkreis Traunstein lodern die Flammen seit Sonntagabend. Der Ruhpoldinger Bürgermeister Justus Pfeifer beschrieb die Situation: Der Berg sei als prägnantes Bergmassiv vom ganzen Talkessel zu sehen. „Und wenn man dann vor allem bei Dunkelheit rausschaut und diesen Berg brennen sieht, da wird einem ein bisschen mulmig.“ Bis zu 250 Kräfte waren am Montag im Einsatz. Bis zum Einbruch der Dunkelheit sollten Hubschrauber den Brand aus der Luft bekämpfen. In der Nacht müsse der Flugbetrieb eingestellt werden, sagte Einsatzleiter Kreisbrandrat Christoph Grundner.

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Schwieriges Gelände

„Wir haben es mit einem extrem schwierigen Gelände zu tun. Die Sicherheit der Einsatzkräfte steht an erster Stelle. Deshalb erfolgt die Brandbekämpfung dort, wo ein Einsatz am Boden nicht möglich ist, vor allem aus der Luft“, erklärte Grundner. Mindestens vier Polizeihubschrauber der Landespolizei sowie zwei Hubschrauber von Heli Austria waren bei den Löscharbeiten dabei. Auch die Landespolizei Baden-Württemberg schickte einen Hubschrauber; heute soll eventuell erneut Hilfe aus dem Nachbarbundesland kommen.

Schutzwald in Gefahr

Der vom Feuer bedrohte Schutzwald erfülle eine besondere Funktion, unter anderem mit Blick auf Trinkwasser, Erosion, Steinschlag und Murenabgänge. Diese Funktionen müssten gesichert werden. Die Brandursache ist unklar. Aufgrund der Witterung der letzten Tage und Wochen herrsche extreme Trockenheit, sagte Einsatzleiter Grundner. Es habe am Wochenende einige kleinere Brände an Wiesen und Hecken gegeben, die wahrscheinlich auf die warme Witterung zurückzuführen seien, berichtete auch der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag. „Bei keinem Brand haben wir bisher Hinweise auf eine Brandstiftung.“ Das gelte bisher auch für das Feuer am Saurüsselkopf.

Die Bevölkerung müsse sich im Bereich Ruhpolding und insbesondere im Ortsteil Laubau und an der Chiemgau Arena auf zahlreiche Flüge einstellen. Eine Gefahr für die Anwohner bestehe aber nicht.

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