Selenskyj fordert Nato-Beschlüsse nach schwerem Raketenangriff auf Kiew
Selenskyj fordert Nato-Beschlüsse nach Raketenangriff

Nach dem schweren Drohnen- und Raketenangriff auf Kiew hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Nato zu mehr Hilfe bei der Flugabwehr aufgerufen. „Es ist äußerst wichtig, dass die Welt, allen voran Amerika und unsere europäischen Partner, vom Nato-Gipfel starke Entscheidungen zur Unterstützung unserer Luftabwehr und zum Schutz von Zivilisten mitbringen“, schrieb Selenskyj bei Telegram. Seinen Angaben nach hat Russland bei dem Angriff in Kiew 11 Menschen getötet und etwa 60 verletzt. Auch im Umland gebe es 3 Tote und 16 Verletzte, schrieb er.

Massiver russischer Angriff mit Drohnen und Raketen

Seinen Angaben nach hat das russische Militär in der Nacht neben 351 Drohnen auch 68 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. „Unsere Kämpfer haben heute ein gutes Resultat beim Abschuss von Drohnen und Marschflugkörpern gezeigt, aber leider nicht gegenüber der russischen Ballistik“. Grund dafür sei das Fehlen von Flugabwehrraketen in der Ukraine, klagte Selenskyj.

Die vorab befürchtete Welle schwerer Luftangriffe Russlands auf ukrainische Städte hat sich in der Nacht bestätigt. Kurz nach Mitternacht waren in der Hauptstadt Kiew laut Behördenangaben und Medienberichten Alarmsirenen und heftige Explosionen zu hören. Demnach wurde fast in allen Landesregionen Luftalarm ausgelöst. In Kiew sollen mehrere Gebäude beschädigt worden sein, genaue Angaben zu Einschlägen und möglichen Opfern gab es zunächst aber nicht.

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Wohnhaus in Kiew getroffen – Bewohner eingeschlossen

Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde Behördenangaben zufolge ein Wohnhaus schwer beschädigt. Die örtlichen Behörden vermuten, dass Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sein könnten. In dem Gebäude im historischen Stadtteil Podil säßen auch mehrere Bewohner des Hauses im siebten bis neunten Stockwerk fest, teilt Bürgermeister Witali Klitschko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. In anderen Bezirken stürzten Trümmerteile von Drohnen ab.

Laut ukrainischen Behörden sind drei Menschen nach einem Angriff auf Kiew in der Nacht ums Leben gekommen. Dies teilt der Leiter der städtischen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.

Ukraine attackiert russische Ölanlagen

Die Ukraine hat Russland nach Angaben aus Moskau mit mehr als 500 Drohnen angegriffen. 519 Drohnen seien abgeschossen worden, meldete das russische Verteidigungsministerium. Derweil berichtete das unabhängige Internetportal „Astra“ von einem erneuten Angriff auf die Raffinerie in der Großstadt Jaroslawl nördlich von Moskau. Auf in sozialen Netzwerken kursierenden Bildern seien Rauchwolken über der Anlage zu erkennen. Die Raffinerie ist in der Vergangenheit schon mehrfach attackiert worden.

Offiziell gibt es keine Angaben zu möglichen Schäden an der Ölverarbeitungsanlage. Laut dem Jaroslawler Gouverneur Michail Jewrajew hat die Flugabwehr mehr als 70 Drohnen abgeschossen. „Zwei Menschen haben Splitterverletzungen erlitten“, sie würden im Krankenhaus behandelt, schrieb er auf Telegram. Er warnte vor möglichen weiteren Angriffen.

Trump trifft Selenskyj am Rande des Nato-Gipfels

Im zähen Ringen um ein Ende des russischen Angriffskriegs trifft sich US-Präsident Donald Trump am Rande des Nato-Gipfels mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Die Begegnung finde am Mittwochnachmittag statt, teilte eine Regierungssprecherin mit. Der zweitägige Gipfel beginnt am Dienstag in der türkischen Hauptstadt Ankara.

Keine der beiden Kriegsparteien mache nennenswerte militärische Fortschritte, betonte ein hochrangiger US-Beamter vor Journalisten. Gleichzeitig entstünden enorme Kosten, und es gebe Angriffe beider Seiten weit ins jeweils andere Land. „Der Präsident verspürt daher ein echtes Gefühl der Dringlichkeit, zu versuchen, das zu einem Ende zu bringen.“

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US-Präsident Donald Trump hat nach Gesprächen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Hilfe bei der Beendigung des Ukraine-Kriegs angeboten. In einem fast 90-minütigen Telefonat mit Putin habe Trump seine Bereitschaft bekräftigt, sich für ein schnelles Ende der Kämpfe einzusetzen, teilte der Kreml-Berater Juri Uschakow am Sonntag mit. Trump habe das Angebot im Zusammenhang mit seiner Teilnahme am Nato-Gipfel in der Türkei in der kommenden Woche gemacht.

Selenskyj rechnet mit massiven russischen Attacken vor Nato-Gipfel

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet mit massiven russischen Angriffen noch vor dem Nato-Gipfel Mitte der Woche in Ankara. In einer Warnung auf Facebook berief er sich dabei auf Informationen des ukrainischen Geheimdienstes. „Das entspricht ganz (Kremlchef Wladimir) Putins Art – unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem Nato-Gipfel in Ankara“, sagte er. Russland wolle schlicht „noch mehr Unheil anrichten und Menschen töten“.

Zudem appellierte Selenskyj an die Partner der Ukraine, die Flugabwehr seines Landes zu unterstützen. „Jede Verzögerung bei der Lieferung von Raketen für unsere Flugabwehr und für die Patriot-Systeme kostet Menschenleben und ermutigt Russland, den Krieg fortzusetzen“, sagte er.

Schäden und Opfer bei gegenseitigen Angriffen

Bei gegenseitigen Angriffen haben die Ukraine und Russland erneut für eine Reihe von Opfern und Schäden auf beiden Seiten gesorgt. Wie der Generalstab in Kiew auf Telegram mitteilte, sei in der Nacht der russische Militärflughafen Gwardejskoje auf der besetzten Halbinsel Krim angegriffen worden. Das Ausmaß der Schäden sei vorerst nicht bekannt. Für das russische Militär gilt dieser Flughafen als der wichtigste Stützpunkt auf der Krim.

Daneben griffen ukrainische Militärs auch wichtige Verkehrswege für den russischen Nachschub an. Unter anderem seien zwei Straßenbrücken im Donbass zerstört worden. Der Generalstab machte keine Angaben zu den dabei eingesetzten Waffen.

Russische Militärs nahmen am Nachmittag verschiedene Ziele in der ostukrainischen Großstadt Charkiw ins Visier. Bei Angriffen mit Drohnen und Raketen seien mindestens ein Mensch getötet und elf weitere verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit.