Der britische Prinz Harry hat während eines Besuchs in der Ukraine betont, dass er trotz seines Zerwürfnisses mit den Royals immer ein Teil der königlichen Familie sein werde. In einem Interview mit dem britischen Sender ITV News am Freitag widersprach er der Darstellung, er sei kein „arbeitendes Mitglied“ der Königsfamilie mehr. „Ich werde immer Teil der königlichen Familie sein, und ich bin hier, um zu arbeiten und genau das zu tun, wofür ich geboren wurde, und ich tue es gern“, so Harry.
Besuch in der Ukraine und Aufruf an Putin
Am Donnerstag war der jüngere Sohn von König Charles III. unangekündigt in die Ukraine gereist. In Kyjiw rief er Kremlchef Wladimir Putin dazu auf, den Krieg zu beenden. „Präsident Putin, kein Land profitiert von den anhaltenden Verlusten an Menschenleben, die wir derzeit erleben“, sagte Harry. Der russische Präsident solle „weiteres Leid für Ukrainer und Russen gleichermaßen verhindern und einen anderen Kurs einschlagen“.
Lob für den Widerstand der Ukraine
Harry bezeichnete die Ukraine als ein Beispiel für „Führung“ und „Einheit“. „Das ukrainische Volk hat etwas Außergewöhnliches geleistet. Ihr habt euch angepasst, ihr habt durchgehalten und ihr habt die Stellung gehalten“, fuhr er fort. „Nur wenige haben geglaubt, dass das möglich wäre. Und doch seid ihr hier. Ihr steht immer noch, kämpft immer noch, und führt immer noch.“
Aufruf an die USA
Der Prinz rief die USA außerdem auf, eine entscheidende Rolle bei der Beendigung der russischen Invasion zu übernehmen. „Das ist ein Moment für amerikanische Führungsstärke“, sagte er.
Hintergrund: Harrys Rolle als „working royal“
In Großbritannien werden ranghohe Mitglieder der königlichen Familie, die offizielle Verpflichtungen als Vertreter des Königshauses wahrnehmen, als „working royals“ bezeichnet. Harry und seine Frau Meghan hatten sich 2020 von ihren royalen Pflichten zurückgezogen und leben mit ihren zwei Kindern in Kalifornien. Trotz des Bruchs mit dem Königshaus betont Harry nun, dass er weiterhin als „working royal“ aktiv sei.
Harry ist bereits mehrfach in die Ukraine gereist, um seine Unterstützung für Kyjiw angesichts des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs zu bekunden und verletzte Soldaten zu unterstützen.



