Brandenburger Bahnhöfe: Fast jeder Aufzug einmal im Jahr kaputt
Eine schriftliche Anfrage des Bundestagsabgeordneten Christian Görke (Linke) offenbart die prekäre Lage der Aufzüge und Rolltreppen an Brandenburger Bahnhöfen. Von den 140 Personenaufzügen im Land waren im vergangenen Jahr 123 an mindestens einem Tag außer Betrieb. Sieben Aufzüge fielen sogar für mehr als 30 Tage aus. Dies stellt eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zu 2024 dar, als noch 87 Aufzüge mindestens einen Tag defekt waren und sechs Aufzüge länger als 30 Tage ausfielen. Die Daten stammen aus einer Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Christian Hirte, auf Görkes Anfrage.
Die Rolltreppen in Brandenburg sind ebenfalls betroffen: Von sechs Rolltreppen war eine über 30 Tage und vier zwischen sieben und 30 Tagen gestört. Die Deutsche Bahn begründet die Ausfälle unter anderem mit fehlenden Ersatzteilen, doch Görke kritisiert die mangelnde Instandhaltung. „Der Anstieg der Ausfälle in den letzten beiden Jahren ist ein großes Problem“, sagt der Abgeordnete. „Es gibt praktisch keinen Aufzug mehr, der nicht im Lauf des Jahres ausfällt, auch Rolltreppen sind viel zu oft nicht nutzbar.“ Besonders für Menschen mit Kinderwägen oder körperlichen Beeinträchtigungen werde die Bahnnutzung dadurch erschwert oder unmöglich gemacht.
Görke fordert, dass die Bahn jeden defekten Aufzug als Notfall behandeln muss. „Der Weg zum Bahngleis darf für diese Menschen nicht zu einer täglichen Lotterie werden“, betont er. Die Bahn dürfe die Missstände nicht auf Vandalismus schieben, sondern müsse die Bahnhöfe endlich priorisieren. „Sie vernachlässigt die Bahnhöfe noch immer und fährt alles auf Verschleiß.“ Nötig seien zudem mehr Service- und Aufsichtspersonal an allen Bahnhöfen. Die Bahnhöfe müssten zur Chefsache bei der Bahn und im Verkehrsministerium werden, so Görke.



