Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) plant, das milliardenschwere Fregatten-Projekt F126 zu beenden. Statt der ursprünglich geplanten vier Schiffe dieses Typs soll die Marine nun insgesamt acht Fregatten des Typs Meko-200 vom deutschen Hersteller ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) erhalten. Das berichtete der Spiegel am Dienstagabend, und das Handelsblatt bestätigte die Informationen aus Kreisen des Verteidigungsministeriums.
Marineführung trägt Kurswechsel mit
Die Meko-200-Fregatten sind deutlich kleiner als die F126, die auf die U-Boot-Jagd spezialisiert waren. Dennoch unterstützt die Führung der Marine den Wechsel, wie es aus informierten Kreisen heißt. Bereits im März hatte das Verteidigungsministerium angekündigt, vier Fregatten des Typs Meko A-200 als Brückenlösung zu kaufen, da sich die Lieferung der F126 verzögerte. Damals hielt das Ministerium grundsätzlich noch am F126-Projekt fest.
Verzögerungen beim Bau der F126
Die F126 sollte ursprünglich ab 2028 in Dienst gestellt werden, doch die niederländische Werft Damen Naval, die mit dem Bau beauftragt war, geriet immer weiter in Verzug. Nach dem letzten Planungsstand vom Mai 2025 hätte die erste Fregatte frühestens 2032 auslaufen können. Ende 2025 entzog der Bund Damen Naval daher den Generalunternehmerauftrag. Die deutsche Werft NVL, die von Rheinmetall übernommen wurde, prüft derzeit, zu welchen Kosten und in welchem Zeitrahmen sie das Projekt übernehmen könnte.
Laut Spiegel will Pistorius nun aber nicht auf eine mögliche Übernahme durch NVL setzen, sondern direkt auf die Meko-200 von TKMS umschwenken. Die Bundeswehr hatte der Nato vier F126-Fregatten zugesagt, die nun durch die acht Meko-200 ersetzt werden sollen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wollte den Bericht nicht kommentieren.
Hintergrund: F126 und Meko-200 im Vergleich
Die F126 ist eine hochspezialisierte U-Boot-Jagd-Fregatte mit einer Verdrängung von rund 10.000 Tonnen. Die Meko-200 ist mit etwa 3.600 Tonnen deutlich kleiner, aber flexibler einsetzbar. Experten sehen in der Entscheidung eine Abkehr von Großprojekten hin zu einer kosteneffizienteren Beschaffung. Die genauen Kosten der neuen Bestellung sind noch nicht bekannt, dürften aber deutlich unter den geschätzten 5,5 Milliarden Euro für die vier F126 liegen.



