Gaza-Hilfsflotte startet neuen Versuch von Barcelona aus
Über ein halbes Jahr nach einem gescheiterten ersten Anlauf hat die Gaza-Hilfsflotte "Globale Sumud-Flottille" (GSF) einen neuen Versuch gestartet, um Hilfsgüter in die Konfliktregion im Nahen Osten zu bringen. Nach mehrtägigen wetterbedingten Verzögerungen sind nun 39 Boote mit rund tausend Aktivisten aus zahlreichen Ländern von der spanischen Küstenmetropole Barcelona in See gestochen, wie die Organisation mitteilte.
Ziel: Durchbrechung der israelischen Seeblockade
Die propalästinensischen Aktivisten planen erneut, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Die Flotte wird dabei von einem Schiff der spanischen Hilfsorganisation Open Arms und der Arctic Sunrise des Umweltverbandes Greenpeace begleitet, einem ehemaligen Eisbrecher. Im ersten Abschnitt der Überfahrt wird die Flotte über das Mittelmeer nach Sizilien fahren, wo sie mit Delegationen aus Italien und Frankreich zusammentreffen soll.
Vergangene Rückschläge und aktuelle Herausforderungen
Israel hat in der Vergangenheit stets Versuche von Aktivisten verhindert, die Seeblockade vor dem Gazastreifen zu durchbrechen. Bei einem vorherigen Versuch im Herbst 2025 wurde die "Globale Sumud-Flottille" von israelischen Spezialeinheiten gestürmt und am Erreichen der Konfliktregion gehindert. Aktivisten wie die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg wurden damals in Gewahrsam genommen und anschließend ausgewiesen.
Òscar Camps, der Gründer von Open Arms, äußerte sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Europa Press besorgt: "Wir wissen nicht, was uns erwartet. Wir wissen nicht, wie weit wir kommen werden." Er betonte, dass das Ziel der Aktion sei, das Geschehen in Gaza wieder in den medialen Fokus zu rücken, da es in den Hintergrund geraten sei. Camps verwies darauf, dass mehr als 700 Menschen in den Monaten der Waffenruhe getötet worden seien, die keine wirkliche Ruhe gebracht habe. Er forderte, den "Völkermord zu stoppen" und mit dem Wiederaufbau Gazas zu beginnen.
Hintergrund und Motivation der Aktivisten
Die "Globale Sumud-Flottille" wurde voriges Jahr von mehreren internationalen Aktivisten-Netzwerken gegründet. Der Name "Sumud" bedeutet auf Arabisch Standhaftigkeit und spiegelt die Entschlossenheit der Teilnehmer wider, trotz der Risiken und früheren Rückschläge weiterzumachen. Die Flotte besteht vorwiegend aus privaten Segel- und Motorbooten, die nun erneut die Herausforderung annehmen, humanitäre Hilfe in eine Region zu bringen, die von anhaltenden Konflikten geprägt ist.
Die Aktivisten hoffen, mit ihrer Aktion nicht nur materielle Unterstützung zu leisten, sondern auch internationale Aufmerksamkeit auf die humanitäre Krise in Gaza zu lenken. Die ungewisse Reise unterstreicht die komplexen geopolitischen Spannungen und die Entschlossenheit der Zivilgesellschaft, in Krisenregionen einzugreifen.



