Augsburg – Die Beziehung zwischen Friedrich Merz und Wolfgang Kubicki war schon einmal besser. Nachdem Kubicki den Bundeskanzler kürzlich in einem Podcast als „Eierarsch“ bezeichnet hatte, legt der FDP-Politiker nun nach. In einem Interview mit der „Augsburger Allgemeinen“ stellte Kubicki die Kompetenz des Kanzlers infrage und berief sich dabei auf Altkanzlerin Angela Merkel.
Kubicki: Merkel hatte mit ihrer Einschätzung recht
„Ich bin kein Fan von Angela Merkel. In einem Punkt aber hat sie wahrscheinlich recht gehabt: Sie hat Friedrich Merz nie für kompetent gehalten“, sagte Kubicki. Der 74-Jährige, der für den Bundesvorsitz der FDP kandidiert, machte keinen Hehl aus seiner Geringschätzung für den Regierungschef. „Ich glaube nicht, dass die Strategie des Konrad-Adenauer-Hauses darauf ausgerichtet ist, die FDP stark zu machen. Aber offenbar ist der ökonomische Sachverstand des Kanzlers nicht so groß, wie auch ich lange geglaubt habe.“
Klare Sprache als Markenzeichen
Auf die Frage nach seiner deutlichen Wortwahl antwortete Kubicki: „Ich rede mit Ihnen nicht anders als mit Menschen, die ich in der Stadt oder anderswo treffe.“ Er sei es gewohnt, klar und ohne Floskeln zu formulieren. „Und die Leute glauben, dass ich wirklich meine, was ich sage. Wir in Norddeutschland können gar nicht so krumm denken, wie viele Politiker sich artikulieren“, ergänzte der Schleswig-Holsteiner.
„Kubicki-Effekt“ ab sechs Prozent
Gewohnt selbstbewusst berichtete Kubicki von einem Auftritt vor 1.500 Vertretern der mittelständischen Wirtschaft. „Einige wollten mich gar nicht mehr aus dem Saal lassen. Das zeigt: Es gibt einen Riesenbedarf nach klarer Sprache und klarer Positionierung.“ Auch in Umfragen lege die FDP wieder zu. „Ein Kubicki-Effekt ist das noch nicht. Der beginnt erst bei sechs Prozent.“ Allerdings räumte der FDP-Kandidat ein: „Ich bin nicht die Zukunft der Partei, das ist klar. Aber ich will, dass diese Partei eine Zukunft hat.“



