Klopp entsetzt über aufgehobene Rotsperre: Trump soll bei Infantino interveniert haben
Klopp entsetzt: Trump soll bei Infantino interveniert haben

Jürgen Klopp hat fassungslos auf die Aufhebung der Roten Karte für US-Stürmer Folarin Balogun reagiert. „Wenn es tatsächlich so war, dass Trump und Infantino das miteinander ausgemacht haben, dann ist das verrückt, das stellt alles infrage“, sagte der designierte Bundestrainer als Experte bei MagentaTV. „Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel.“

Hintergrund: Fifa setzt Rotsperre aus – Trump soll angerufen haben

Am Sonntag hatte die Fifa die Rotsperre für Balogun aus dem Sechzehntelfinale aufgehoben. Damit ist der Stürmer für das Achtelfinale gegen Belgien spielberechtigt. Wie das Sportportal „The Athletic“ sowie die Nachrichtenagenturen AP und AFP übereinstimmend berichteten, setzte sich US-Präsident Donald Trump persönlich für die Aufhebung ein. Er soll seit Mittwoch vergangener Woche mehrfach bei Fifa-Präsident Gianni Infantino angerufen haben.

DFB-Präsident Neuendorf fordert Stellungnahme von der Fifa

DFB-Präsident Bernd Neuendorf forderte die Fifa auf, zu den Medienberichten Stellung zu beziehen. „Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden. Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der FIFA“, erklärte Neuendorf.

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Klopp: „Keine zwei Meinungen“ zur Roten Karte

Klopp betonte, dass das Foul von Balogun gegen Bosnien-Herzegowina klar eine Rote Karte gewesen sei. Balogun war nach einem Luftduell unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegenspielers gelandet. „Da gibt es keine zwei Meinungen. Das ist eine rote Karte. So leid uns das tut, weil Balogun will das nicht. Aber das sagen die Regeln“, so Klopp.

US-Trainer Pochettino feiert Entscheidung – Tuchel kritisiert Inkonsistenz

US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino war mit der Entscheidung des Schiedsrichters nicht einverstanden gewesen und feierte die Aufhebung der Roten Karte durch die Fifa als „faire Entscheidung“. Anders sah das Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel. Nach dem 3:2-Achtelfinalsieg seiner Mannschaft gegen Mexiko sagte Tuchel: „Wer kippt diese Entscheidung dann – und wann? Und auf welcher Grundlage? Wie weit geht das jetzt? Es ist einfach seltsam für mich. Wir wollen einfach Konsistenz in den Entscheidungen haben.“

Norwegens Trainer Solbakken warnt vor Präzedenzfall

Norwegens Nationaltrainer Stale Solbakken nannte die Entscheidung der Fifa „eine schlechte, schlechte, schlechte Entscheidung, die der WM schaden wird“. Er warnte vor einem gefährlichen Präzedenzfall: „Was ist mit der nächsten roten Karte? Was passiert dann? Wird es künftig irgendwo ein Gremium geben, das solche Karten einfach wieder aufhebt?“

Tuchel stellt Grundsatzfragen: „Legen wir jetzt Berufung ein?“

Auch Tuchel sorgt sich um die Beständigkeit von Schiedsrichterentscheidungen. „Legen wir jetzt Berufung ein, wenn eine Gelbe Karte keine Gelbe Karte ist?“, fragte er. „Wo fängt es an und wo hört es auf?“ Auf die Frage eines Journalisten, ob man vielleicht US-Präsident Donald Trump fragen sollte, antwortete Tuchel: „Vielleicht. Das ist ein guter Startpunkt.“

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