Verwirrung um mögliches Krisentreffen in Doha
Nach der jüngsten militärischen Eskalation in der Straße von Hormus zeichnet sich ein mögliches Krisentreffen zwischen Vertretern der USA und des Irans in der katarischen Hauptstadt Doha ab. US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social: „Der Iran hat um ein Treffen gebeten.“ Der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi widersprach jedoch: Eine Gesprächsrunde werde stattfinden, „sobald die Voraussetzungen geschaffen sind und Einigkeit über Termin und Veranstaltungsort erzielt wurde“, zitierte ihn die iranische Nachrichtenagentur Isna. Technische Sitzungen der Arbeitsgruppen seien für diese Woche nicht geplant, so Gharibabadi, doch Konsultationen über Vermittler würden fortgesetzt.
Laut Trumps Sprecherin Karoline Leavitt werden dessen Schwiegersohn Jared Kushner und der US-Sondergesandte Steve Witkoff diese Woche für Gespräche nach Doha fliegen. Sollten die Gespräche stattfinden, werde laut US-Medien nicht das iranische Atomprogramm im Mittelpunkt stehen, sondern der Streit um die Straße von Hormus.
Iran lehnt internationale Minenräumung ab
Der Iran hat eine internationale Beteiligung an der Minenräumung in der Straße von Hormus entschieden zurückgewiesen. Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi erklärte auf der Plattform X, der von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorgeschlagene Einsatz mit Partnerstaaten verstoße gegen das bestehende Rahmenabkommen, das die Verantwortung für die Minenräumung ausschließlich bei Iran sehe. Teheran werde eine gemeinsame Operation niemals zulassen, und Paris werfe er vor, mit solchen Initiativen die ohnehin angespannte Lage durch zusätzliche „Provokationen“ zu belasten.
Macron sprach beim Besuch des Sultans von Oman, Haitham bin Tarik, in Paris über die Straße von Hormus: „Wir haben beschlossen, gemeinsam mit unseren Partnern an der Minenräumung in der Meerenge mitzuwirken, um die Seewege zu sichern und eine freie und bedingungslose Durchfahrt zu gewährleisten“, teilte er auf X mit.
Israelische Razzien: 15-jähriger Palästinenser getötet
Israelische Sicherheitskräfte führten zu Wochenbeginn Razzien im besetzten Westjordanland durch. Das Gesundheitsministerium der Palästinensischen Autonomiebehörde teilte mit, in der Nähe von Ramallah sei ein 15-jähriger Palästinenser aus Jerusalem durch einen Kopfschuss getötet worden. Rettungskräfte brachten den Jugendlichen nach erfolglosen Wiederbelebungsversuchen in ein Krankenhaus, wie der Rote Halbmond mitteilte. In der Nähe von Hebron seien zwei weitere Menschen bei einer Razzia durch Schüsse israelischer Sicherheitskräfte verletzt worden. Das israelische Militär gab zunächst keine Stellungnahme ab.
Iran: Keine Gespräche mit USA in kommenden Tagen
Der Iran plant nach Angaben des Außenministeriums in Teheran in den kommenden Tagen keine Gespräche mit den USA. Zwar reise in dieser Woche eine iranische Delegation nach Katar, dies habe jedoch nichts mit dem Besuch von US-Vertretern zu tun, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Priorität habe für die Regierung in Teheran die Umsetzung einer Absichtserklärung, die Voraussetzung für Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen sei.
Oman und Iran beraten über Servicegebühren in der Straße von Hormus
Oman und der Iran prüfen nach Angaben des omanischen Außenministers Badr al-Busaidi die Erhebung von Gebühren für Dienstleistungen in der Straße von Hormus. Dabei gehe es nicht um Durchfahrtsgebühren für Schiffe, sagte al-Busaidi dem Sender Radio Monte Carlo. Mögliche Dienstleistungen könnten Maßnahmen zur Sicherheit auf See, Umweltschutz, Navigationshilfe und Vorkehrungen für Zwischenfälle umfassen. Es gebe erfolgreiche Beispiele für ähnliche Dienstleistungen im Einklang mit dem Seerecht. Durchfahrtsgebühren lehne sein Land ab: „Das ist international verboten“, erklärte er.
Gespräche zur Umsetzung des libanesisch-israelischen Abkommens
Der Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos Centcom, Brad Cooper, traf den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun in Beirut. Dabei ging es um die Umsetzung des am Freitag in Washington vereinbarten Rahmenabkommens mit Israel. Cooper traf außerdem den Oberbefehlshaber der libanesischen Streitkräfte, Rodolphe Haikal. Die libanesische und die israelische Regierung hatten sich am Freitag nach jahrzehntelangem Kriegszustand auf einen Weg zu Frieden und Sicherheit geeinigt. Die Hisbollah lehnt die Vereinbarung jedoch ab; die vom Iran unterstützte Miliz war nicht an den Verhandlungen beteiligt und weist die vorgesehene Entwaffnung strikt zurück.
Trump: Morgen Treffen mit Iran in Doha
Vertreter der USA und des Irans werden sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump an diesem Dienstag in Katars Hauptstadt Doha treffen. „Der Iran hat um ein Treffen gebeten“, schrieb er auf Truth Social. Weitere Angaben etwa zum Ziel der Gespräche machte Trump nicht. Erst kurz zuvor hatte der Iran Berichte über einen möglichen weiteren Verhandlungstermin zurückgewiesen. Vizeaußenminister Gharibabadi erklärte, eine Gesprächsrunde werde stattfinden, sobald die Voraussetzungen geschaffen seien. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner sollen am Dienstag an einem Treffen in Doha teilnehmen, sagte Sprecherin Karoline Leavitt in einem Interview mit Fox News.
Palästinenser melden totes Kind bei Angriff im Gazastreifen
Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind mindestens drei Palästinenser getötet worden, darunter ein achtjähriges Kind, teilte das Al-Aksa-Märtyrer-Krankenhaus mit. Ein dritter Mann sei verletzt worden. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörden traf der Angriff in Deir al-Balah ein Zelt, in dem Vertriebene untergebracht waren. Das israelische Militär erklärte, Ziel des Angriffs sei ein Mitglied der Extremistengruppe Islamischer Dschihad gewesen, das am Terror-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen sei.
Iran: Sechs Milliarden Dollar eingefrorener Gelder freigegeben
Nach einer Einigung mit den USA zur Aufhebung von Sanktionen im Öl- und Petrochemiesektor werden nach Angaben aus Teheran sechs Milliarden von insgesamt zwölf Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern aus Katar freigegeben. Dies erklärte der iranische Präsident Massud Peseschkian staatlichen Medien zufolge. Der Iran und die USA haben in diesem Monat ein Rahmenabkommen unterzeichnet, um den Weg für eine Beilegung ihres Konflikts zu ebnen.
Israels Cyberabwehr: Massive Zunahme iranischer Attacken
Israels Sicherheitsbehörden verzeichneten im jüngsten Krieg mit dem Iran eine drastische Zunahme iranischer Cyberangriffe. „Während der Operation 'Rising Lion' im Juni 2025 gingen bei den 119 Einsatzzentren unseres Cyberabwehr-Zentrums etwa 1600 Meldungen über Cybervorfälle ein“, sagte der Generaldirektor des Nationalen Cyberabwehrzentrums, Yossi Karadi, der „Welt“. „Während der Operation 'Roaring Lion' im Juni 2026 stieg diese Zahl auf rund 4800 Meldungen.“ „Anders als im kinetischen Bereich gibt es im Cyberraum keinen Waffenstillstand“, sagte Karadi. Am Tag der Unterzeichnung des Waffenstillstands im Juni vergangenen Jahres sei die Zahl der Cyberangriffe gegen Israel verdoppelt worden.



