KI designt optimale Burger: Geschmack, Nährstoffe, Nachhaltigkeit
KI designt optimale Burger – Geschmack, Nährstoffe, Nachhaltigkeit

Forscher der Stanford University haben eine künstliche Intelligenz entwickelt, die das optimale Burger-Rezept nach persönlichen Vorlieben zusammenstellt – und dabei Geschmack, Nährstoffgehalt und Nachhaltigkeit berücksichtigt. In einem Blindversuch mit 101 Freiwilligen in einem Restaurant in San Francisco schnitten die KI-entworfenen Burger geschmacklich mindestens so gut ab wie ein klassischer Big Mac.

KI-Tool BurgerAI: Trainiert mit 2.216 Rezepten

Die KI namens BurgerAI ist ein öffentlich zugängliches Online-Tool, das auf Basis von 2.216 Rezepten trainiert wurde. Es berechnet nicht nur den Geschmack, sondern auch Textur, Nährwert und Umweltverträglichkeit eines Burgers – und das für verschiedene Altersgruppen, Geschlechter und Lebensstile. „Jahrhunderte lang war die Gestaltung von Essen eine Sache von Intuition, Erfahrung und von Versuch und Irrtum“, sagt die Biotechnik-Ingenieurin Ellen Kuhl. „Wir fangen an zu zeigen, dass KI die Gestaltung von Essen in eine quantitative Wissenschaft übertragen kann.“

Praxistest: Pilz-Burger übertrifft Big Mac in Nachhaltigkeit um das Zehnfache

Im ultimativen Test bekamen 101 Freiwillige fünf KI-entworfene und professionell zubereitete Burger sowie als Vergleich einen Big Mac. Der Pilz-Burger übertraf das konventionelle Produkt in Bezug auf Nachhaltigkeit um mehr als das Zehnfache, der Bohnen-Burger in Bezug auf den Nährstoffwert um fast das Doppelte. Geschmacklich, in der Textur und im Gesamturteil waren die KI-Burger dem Burger-Klassiker mindestens ebenbürtig, wie Bewertungen auf einer siebenstufigen Skala ergaben.

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Zahl der möglichen Burger-Rezepte: 10 Septillionen

Die Kombinationsmöglichkeiten der verschiedenen Burger-Zutaten sind nahezu unendlich: Das Team schätzt die Zahl der möglichen Burger-Rezepte weltweit auf 10 Septillionen – eine 1 mit 43 Nullen. Der moderne Hamburger sei im späten 19. Jahrhundert als simple Kombination von Hackfleisch und Brot entstanden, schrieb Kuhl im Fachblatt „Computer Methods in Applied Mechanics and Engineering“. Allein in den USA werden pro Jahr 50 Milliarden Hamburger verspeist.

KI-Burger: Kein Kompromiss zwischen Nachhaltigkeit und Akzeptanz

„Wir erwarteten einen Kompromiss zwischen Nachhaltigkeit und Verbraucherakzeptanz“, erzählt Erstautor Vahidullah Tac. „Aber wir fanden heraus, dass ein Burger mit drastisch niedrigeren Umweltfolgen noch mit einem der weltweit erfolgreichsten Burger mithalten konnte.“ Die Auswahl von Lebensmitteln zähle zu den folgenreichsten Alltagsentscheidungen von Menschen, betont er: „Mit einem Pfeil kann man gleich zwei Ziele treffen: planetare Gesundheit und persönliche Gesundheit.“

Die Studie wurde im Fachjournal „npj Science of Food“ veröffentlicht. „Die KI hat nicht nur akzeptable Burger-Rezepte erstellt, sondern sie schuf Burger, die echte Menschen genießen“, erläutert Kuhl in einer Stanford-Mitteilung. „Das mag simpel klingen, bedeutet aber, dass das Modell gelernt hat, was Nahrung für den menschlichen Gaumen reizvoll macht.“ Das sei keineswegs trivial.

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