Duft-Kompass: Warum Haie Nasenlöcher haben – und was sie damit machen
Warum Haie Nasenlöcher haben – und was sie damit machen

Haie atmen über Kiemen, nicht über die Nase. Dennoch besitzen sie auffällige Nasenöffnungen. Forschende haben nun genauer untersucht, welche Funktion diese sogenannten Naris oder Riechgruben tatsächlich erfüllen. Das Ergebnis: Haie verfügen über einen extrem feinen Geruchssinn, der weit über das bloße Wahrnehmen von Duftstoffen hinausgeht.

Riechen ohne zu schnüffeln

Wie die meisten Fische nehmen Haie Sauerstoff über ihre Kiemen aus dem Wasser auf. Die Nasenöffnungen sind nicht mit dem Mund- oder Rachenraum verbunden und spielen für die Atmung keine Rolle, wie PETBOOK berichtet. Stattdessen verbirgt sich dahinter ein hochkomplexes Riechorgan. In den Nasenhöhlen sitzt die sogenannte Rosette – ein mehrschichtiges Sinnesorgan, das gelöste Geruchsstoffe im Wasser registriert. Während der Hai schwimmt, strömt Wasser passiv in die Öffnungen, sodass die Tiere ständig Duftinformationen aus ihrer Umgebung aufnehmen können.

Richtungshören mit der Nase: Stereo-Riechen

Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit der Haie, Gerüchen nicht nur zu folgen, sondern auch deren Richtung präzise zu bestimmen. Anders als in der Luft verteilen sich Duftstoffe im Wasser durch Strömungen und lösen sich auf. Dennoch finden Haie oft schnell die Quelle einer Spur. Eine Studie aus dem Jahr 2010 von Forschenden um Jayne M. Gardiner und Jelle Atema zeigte, dass kleine Haie ihre Orientierung nicht über die Stärke eines Geruchsreizes steuern. Entscheidend sind vielmehr minimale Zeitunterschiede, mit denen ein Geruch die linke und rechte Nasenöffnung erreicht. Die Tiere schwimmen anschließend in die Richtung, aus der das Signal zuerst eingetroffen ist. Dieses Prinzip wird als „Stereo-Riechen“ bezeichnet. So können Haie innerhalb weniger Sekunden eine Geruchsspur erkennen und ihr entlang der Strömung folgen.

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Hammerhaie: Größerer Abstand, bessere Ortung

Die Forschenden sehen darin ein bislang wenig bekanntes Modell der Orientierung im Meer. Möglicherweise erklärt es auch die auffällige Kopfform von Hammerhaien. Durch den größeren Abstand ihrer Nasenöffnungen könnten sie Geruchsquellen besonders präzise orten. Trotz ihres ausgeprägten Geruchssinns reagieren Haie nicht automatisch auf menschliches Blut. Nach Einschätzung von Hai-Expertin Iris Ziegler ist Fischblut für die Tiere deutlich interessanter als menschliches Blut.

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