Iran-Krieg: Trump droht mit Hormus-Maut, Hisbollah greift an, Waffenruhe brüchig
Iran-Krieg: Trump droht mit Hormus-Maut, Hisbollah greift an

Trump droht mit Hormus-Maut – USA als „Schutzengel“ des Nahen Ostens

US-Präsident Donald Trump hat die Erhebung von Mautgebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus ins Gespräch gebracht. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, dass während der Waffenruhe mit dem Iran 60 Tage lang keine Mautgebühren erhoben würden. Allerdings schränkte er ein: „Es sei denn, sie werden von den Vereinigten Staaten von Amerika und zu deren Gunsten erhoben, falls die Vereinbarung nicht zustande kommt – und zwar für Dienstleistungen, die sie als ‚Schutzengel‘ der Länder des Nahen Ostens erbracht haben, zum Zwecke der Erstattung von Kosten in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“

Hisbollah greift israelische Truppen nahe Nabatieh an – Waffenruhe brüchig

Die radikal-islamische Hisbollah-Miliz hat nach eigenen Angaben israelische Truppen im Süden des Libanons angegriffen. Diese seien in der Nacht in Richtung eines Gebietes nahe der Stadt Nabatieh vorgerückt, erklärte die mit dem Iran verbündete Miliz. Sie werde sich zwar an die seit Freitagnachmittag geltende Waffenruhe halten, werde aber nicht zögern, jeden Versuch Israels, Territorium im Libanon zu erobern, zu bekämpfen. Nabatieh gilt als Hochburg der Hisbollah. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete, bei israelischen Luftangriffen auf den Südlibanon seien mittlerweile mindestens 16 Menschen getötet worden, unter ihnen zwei Kinder.

Das israelische Militär hält nach eigener Darstellung an der Waffenruhe mit der Hisbollah-Miliz im Libanon fest. Man werde aber auch künftig gegen jede Bedrohung Israels und seiner Streitkräfte vorgehen, teilte das Militär mit.

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Iran verkündet erneute Schließung der Straße von Hormus

Der Iran will die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr sperren. Das zentrale Militärkommando des Landes begründete den Schritt laut Agentur Tasnim mit der Nichteinhaltung der Waffenruhe im Südlibanon, die im Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran vereinbart worden war. Zuvor hatte der Iran bereits ein Verfahren für die Passage veröffentlicht: Gebühren für Sicherheit, Umweltdienstleistungen und Versicherungen würden in einem 60-tägigen Zeitraum nicht erhoben, teilte die Persian Gulf Strait Authority auf X mit. Für die Zeit danach behält sich der Iran vor, Geld für die Durchfahrt zu verlangen. Anträge zur Durchfahrt müssten bei der Behörde auch im Übergangszeitraum online und mit mindestens 48 Stunden Vorlauf eingereicht werden.

Verhandlungsdelegation reist in die Schweiz – Gespräche am Sonntag

Die USA und der Iran werden nach Angaben des Vermittlers Pakistan am Sonntag in der Schweiz miteinander verhandeln. An den Gesprächen auf dem Bürgenstock würden auch Vertreter Pakistans und Katars teilnehmen, erklärte das pakistanische Außenministerium. Die Delegation werde die Einhaltung der Verpflichtungen durch die USA einfordern. Der Iran habe sich an die Verpflichtungen der Absichtserklärung gehalten, erklärte der Sprecher. Die USA seien verpflichtet, Israel zur Beendigung seiner Angriffe auf den Libanon zu bewegen. Die Gegenseite müsse so rasch wie möglich die notwendigen Maßnahmen ergreifen.

Ursprünglich waren Verhandlungen zwischen Vertretern der USA und des Irans für Freitag geplant gewesen, sie fanden jedoch nicht statt. Medienberichten zufolge sind nun der US-Unterhändler Steve Witkoff und der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf dem Weg zu Verhandlungen in der Schweiz. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, sei bereits vor Ort.

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Libanon meldet mehr als 4000 Tote durch israelischen Feldzug

Die Zahl der Todesopfer des israelischen Feldzugs gegen die Hisbollah-Miliz ist nach libanesischen Angaben auf mehr als 4000 gestiegen. Das gab das libanesische Gesundheitsministerium am Samstag bekannt, nachdem sich Israel und die Hisbollah erneut heftig beschossen hatten. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete mindestens 16 Tote, nach 47 Todesopfern am Freitag. Die schiitische Hisbollah hatte sich Anfang März, kurz nach Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran, an die Seite ihrer Schutzmacht Teheran gestellt und Israel attackiert. Israel reagierte mit heftigen Gegenschlägen und einer Bodenoffensive im Südlibanon, bei denen nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums Tausende getötet oder verletzt wurden. Hunderttausende mussten ihre Häuser verlassen.

Bundesregierung fordert Einhaltung der Waffenruhe – Top-Ökonomin dämpft Erwartungen

Die Bundesregierung hat alle Seiten zur Umsetzung der vereinbarten Waffenruhe im Iran-Krieg aufgerufen. Man nutze die Kontakte insbesondere zu den israelischen Partnern, damit das Rahmenabkommen über die Waffenruhe mit Leben erfüllt werde, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Dazu müsse die Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels aber auch „wirklich glaubhaft“ einstellen. „Und ich glaube, da sind wir noch nicht so ganz“, fügte er hinzu.

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer warnt vor zu viel Hoffnung auf eine Besserung der deutschen Konjunktur im Zuge der Annäherung zwischen den USA und dem Iran. Sie sei skeptisch, ob eine Vereinbarung auch wirklich halte, sagte Schnitzer in einem Interview des „Spiegel“. Euphorie sei deshalb nicht angesagt. „Man kann nur froh sein, wenn die Wirtschaft nicht einen noch größeren Schaden nimmt als bisher schon.“

Weitere Entwicklungen: IS-Anschlag in Syrien, Gaza-Tote, Israels Libanon-Einsätze

Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu einem erneuten Anschlag in Syrien bekannt. Dabei gehe es um einen Anschlag in der Nähe der Stadt Manbidsch in der nordöstlichen syrischen Provinz Aleppo, teilte die militante Gruppe am Samstag auf Telegram mit. Das syrische Verteidigungsministerium hatte zuvor erklärt, in Aleppo seien zwei Soldaten von unbekannten Angreifern getötet worden.

Bei israelischen Luftangriffen und Schusswechseln sind im Gazastreifen nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens sechs Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Unter anderem sei ein Wohnhaus in Gaza-Stadt angegriffen worden. Dabei habe es neben vier Toten auch mehrere Verletzte gegeben. Das israelische Militär teilte mit, es habe einen Militanten getroffen, ohne jedoch näher darauf einzugehen. Eigentlich gilt seit Oktober ein Waffenstillstand zwischen Israel und Hamas-Kämpfern im Gazastreifen. Den Behörden zufolge wurden dabei seit Oktober mehr als 1000 Palästinenser durch israelische Angriffe getötet.

Die israelische Armee stellt Berichten zufolge ihre Angriffe im Libanon außerhalb einer von ihr einseitig ausgerufenen „Sicherheitszone“ ein. Innerhalb dieser Zone, die sich im Süden an der Grenze Israels befindet, setze das Militär die Einsätze jedoch fort, um unter anderem ein großes Tunnelsystem der schiitischen Hisbollah-Miliz zu bekämpfen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die von der Armee errichtete „Sicherheitszone“ als Barriere zwischen der Hisbollah-Miliz im Libanon und den Bürgern und Gemeinden in Nordisrael bezeichnet. Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal hingegen als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.